Frick
Sportartikel-Händler schliesst: «Entschluss keine Minute bereut»

Tria Sport ist im Endspurt – was aus den frei werdenden Ladenflächen im Coop-Center wird, ist weiter unklar.

Thomas Wehrli
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«Es waren zwei Super-Jahrzehnte»: Ende Februar schliesst Erwin Frei seinen «Tria Sport» in Frick. Thomas Wehrli

«Es waren zwei Super-Jahrzehnte»: Ende Februar schliesst Erwin Frei seinen «Tria Sport» in Frick. Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

In zwei Wochen ist definitiv Schluss. Tria Sport, einer der grössten Sportartikel-Händler der Region, schliesst Ende Februar seine Türen im Coop-Center in Frick. Für immer. Nach 20 Jahren, nach zwei «Super-Jahrzehnten», wie Inhaber Erwin Frei sagt.

Es war eine Summe von Gründen, die den passionierten Sportsmann zur Aufgabe seines Lebenstraums bewogen hat. Der Sportartikelmarkt sei schwierig geworden, erzählt Frei, heute laufe rund ein Drittel der Verkäufe über das Internet ab. Tendenz steigend. Die Margen sind gleichzeitig stark gesunken, die Grenznähe trägt das ihre dazu bei, dass viele Sportartikel-Läden zu kämpfen haben.

Vor allem aber fehlte Frei ein Nachfolger, der das Geschäft übernehmen wollte. Er habe lange gesucht, erzählt er. Erfolglos. Deshalb hat er sich entschieden, jetzt Schluss zu machen. «Im Guten», wie er betont. Er liess für den Ausverkauf, der im Dezember startete, T-Shirts drucken. «Happy End», steht darauf. «Das meine ich auch so.»

Frei, 61, blickt sich in seinem Laden um. Viel ist nicht mehr zu sehen. Gut die Hälfte der Verkaufsfläche ist bereits leer, die Gestelle stehen zusammengeschoben an der Wand. Auch im anderen Teil des Ladens ist es, sagen wir einmal: übersichtlich. Skikleider hat es noch, einige Skischuhe, Ski, Sportschuhe, Tennis-Rackets. An der Wand prangen Prozent-Schilder. 50, 60, 70 Prozent.

90 Prozent der Ware ist weg

«Rund 90 Prozent der Ware ist weg», sagt Frei, sagt es mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Mit einem lachenden, weil er natürlich froh ist, wenn Ende Februar so gut wie nichts mehr da ist. Mit einem weinenden, «weil es schon hart ist, die Ware so stark reduziert rauszugeben.»

Bereut hat Frei seinen Entschluss, den Laden zu schliessen, «keine Minute», wie er sagt, auch wenn es «natürlich schon schmerzt», das Geschäft, das er über viele Jahre zusammen mit seiner Frau Conny aufgebaut und geführt hat, aufzugeben. «Aber der Entscheid war angesichts der Umstände richtig.»

Wie es für ihn beruflich ab März weitergeht, weiss Frei noch nicht. «Ich will den Laden zuerst sauber herunterfahren.» Danach will er sich ein- bis zwei Monate Zeit nehmen, um zu entscheiden, was er künftig tun will. Er kann sich ein Engagement im Behindertensport vorstellen, wo er bereits vor seinem Einstieg in den Sportartikelmarkt gearbeitet hat. Eine andere Option ist, weiter für Vereine tätig zu sein.

Alle haben einen neuen Job

Froh ist Frei vor allem, dass seine zwei Angestellten sowie der Lehrling gute Anschlusslösungen gefunden haben. «Als ich wusste, dass alle einen neuen Job haben, fiel mir ein Stein vom Herzen», sagt er.

Wie es mit seinen beiden Ladenflächen im Coop-Center weitergeht, weiss Frei nicht. Das sei Sache von Coop. Hier gibt man sich wortkarg. «Wir führen Gespräche mit Interessenten», beantwortet Coop-Sprecher Patrick Häfliger die Anfrage der az kurz und bündig. «Weitere Angaben können wir zu diesem Zeitpunkt nicht machen.»