Mumpf

Stiftung MBF übernimmt Oberstufenschulhaus und errichtet HPS Fricktal

Das ehemalige Oberstufenschulhaus in Mumpf wird zur HPS Fricktal.

Das ehemalige Oberstufenschulhaus in Mumpf wird zur HPS Fricktal.

Die Stimmberechtigten stimmten dem Verkauf zu: Das nicht mehr benötigte Oberstufenschulhaus in Mumpf wird von der Stiftung MBF übernommen. Ab August 2021 soll hier die HPS Fricktal untergebracht werden. Die Planungsarbeiten starten im April.

Der Entscheid liess an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: In der Referendumsabstimmung vom 9. Februar sagten 85 Prozent der Stimmberechtigten in Mumpf, Obermumpf, Schupfart und Wallbach Ja zum Verkauf des Oberstufenzentrums Fischingertal für 9,3 Millionen Franken an die Stiftung MBF; diese will im nicht mehr benötigten Oberstufenschulhaus ab August 2021 die neu geschaffene HPS Fricktal unterbringen.

Selbst in Mumpf, wo Eltern und schliesslich auch der Gemeinderat darauf hofften, die Anlage bei einem Nein zum Verkauf zum (regionalen) Primarschulhaus umfunktionieren und so das Sanierungsproblem für das heutige Primarschulhaus lösen zu können, stimmten fast 60 Prozent dem Verkauf zu.

Zwischen der Bekanntgabe des Kaufs durch die Stiftung MBF und der Referendumsabstimmung lagen vier Monate. Was bedeutet das für den Umbau des Schulhauses? Nach Zustandekommen des Referendums habe man die Planungsarbeiten sistiert, sagt René Berger, Vizepräsident des Stiftungsrates und verantwortlich für die Bereiche Immobilien und Bauwesen. Dennoch: «Wir haben genügend Zeit für die Umsetzung der erforderlichen Massnahmen.»

Geplant ist, wie bei allen Projekten der Stiftung MBF, eine Baukommission einzusetzen. Der Stiftungsrat werde «zeitnah» einen Entscheid dazu fällen, sagt Berger. Starten sollen die Planungsarbeiten im April; gut ein Jahr später, im Mai 2021, sollen dann die nötigen Bauarbeiten durchgeführt werden – also in dem Monat, in dem die Stiftung das Schulhaus offiziell übernimmt.

Es bleiben damit drei Monate Zeit für die Bauarbeiten, denn ab Schuljahr 2021/22 sollen die beiden Schulen in Rheinfelden und Frick am neuen Schulort zusammengeführt werden. Bereits ein Jahr früher, im August 2020, übernimmt die Stiftung MBF die Trägerschaft der beiden Schulen von den Gemeinden Frick und Rheinfelden. Ein Jahr lang werden die Schulen noch an den bisherigen Standorten geführt.

Die Turnhalle wird ­rollstuhlgängig

Was umgebaut werden muss, wird die Arbeit der Baukommission zeigen. Klar ist bereits, dass die Turnhalle rollstuhlgängig gemacht werden muss. «Ebenso müssen die Themen Lift, Pflegebad und Parkplätze überprüft werden», sagt Berger. Vorliegen sollen die Planungsergebnisse samt Kostenvoranschlägen bis im vierten Quartal dieses Jahres.

Die Turnhalle, welche die Stiftung MBF ebenfalls übernimmt und für den Schulbetrieb nutzen wird, wird aktuell ausserhalb der Schulzeiten auch von Vereinen und Gruppierungen genutzt – und das soll auch so bleiben. «Der Nutzung der Turnhalle ausserhalb des Schulbetriebs durch Vereine und Gruppen steht momentan nichts entgegen», sagt Berger. Eine entsprechende Regelung werde im Rahmen der Baukommission erarbeitet. Die Stiftung MBF werde sich dann mit den aktuellen Nutzern der Turnhalle in Verbindung setzen.

Stiftung MBF richtet einen Elternrat ein

Gar nicht einverstanden mit dem neuen Schulstandort waren nach dessen Bekanntwerden mehrere Eltern von HPS-Schü­lern aus Frick. Sie monierten zum einen die periphere Lage, zum anderen auch den Schulweg, den sie als gefährlich einstuften.

Die Sicherheit des Schul­weges habe man im November mit einer Fachperson der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) überprüft, sagt Berger. Der Stiftungsrat werde nun, gestützt auf das Gutachten der bfu, ein Ingenieurbüro mit der Planung und Kostenschätzung von möglichen Massnahmen zur Schulwegsicherung beauftragen.

Auch die Eltern will die Stiftung in den Prozess einbinden. Im Hinblick auf den operativen Start der HPS Fricktal im August, «aber auch im Hinblick auf eine langfristig gute Zusammenarbeit zwischen den Eltern und der Schulleitung HPS Fricktal» richte die Stiftung MBF einen Elternrat ein, sagt Berger.

Der Elternrat soll in Zusammenarbeit mit dem Schulleiter Themen und Fragen aufnehmen, welche die Eltern beschäftigen, um gemeinsam Lösungen zu suchen. «Die entsprechende Anfrage an die Eltern für die Mitwirkung im Elternrat ist bereits erfolgt», so Berger. Bisher hätten sich zwei Personen der HPS Rheinfelden sowie eine Person der HPS Frick für die Mitarbeit im Elternrat bereit­erklärt. «Eine optimale Besetzung aus Sicht der Stiftung MBF wären jeweils drei Vertretungen aus Frick und Rheinfelden.»

Beim Aufbau der ganzen Projektorganisation greift die Stiftung MBF auch auf Vertretungen der beiden Schulen zurück. Pro Teilprojekt seien Vertretungen der HPS Frick, der HPS Rheinfelden sowie der Stiftung MBF involviert, so Berger. «Darunter unter anderem auch Lehrpersonen.»

Ebenfalls habe man mit den Angestellten der beiden Schulen bereits ein persönliches Gespräch geführt um den künftigen Arbeitsvertrag zu besprechen. «Ein Anliegen der Stiftung MBF und von Urs Jakob als Schulleiter ist es, die Teams der beiden Schulen nun nach und nach zu einer Einheit zusammenzuführen», sagt Berger. Dies sein ein Prozess, der mit der Übernahme der Schulleitung der HPS Fricktal durch Urs Jakob im Februar gestartet worden sei und über das erste Schuljahr und den Umzug nach Mumpf hinaus andauern werde.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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