Laufenburg

Synthetischer Treibstoff: Baugesuch für Pilotanlage eingereicht

Projektleiter Christian Bersier von Energiedienst erläuterte das Projekt Interessierten bereits im Oktober. Nun ist das Baugesuch eingereicht.

Projektleiter Christian Bersier von Energiedienst erläuterte das Projekt Interessierten bereits im Oktober. Nun ist das Baugesuch eingereicht.

Die Energiedienst Holding AG plant in Laufenburg eine Anlage, um synthetischen Treibstoff herzustellen. Sie hat nun das Baugesuch eingereicht.

«Wir stellen erneuerbare Energie zum Tanken bereit. Das ist ein wichtiger Schritt für die Energiewende», sagt Sabine von Manteuffel, Mitglied der Geschäftsleitung der Energiedienst Holding AG. Energiedienst plant gemeinsam mit der Audi AG und der Ineratec GmbH eine Pilotanlage zur Erzeugung von klimaneutralen Kraftstoffen am Wasserkraftwerk Laufenburg in der Schweiz.

Nun hat Energiedienst das entsprechende Baugesuch beim Kanton Aargau eingereicht. Mit dem Bau soll im Frühjahr begonnen werden. Es ist vorgesehen, bereits in diesem Jahr die ersten Liter synthetischen Diesel in Laufenburg zu produzieren. Gemeinsam werden die drei Unternehmen rund 3,5 Millionen Euro in den Aufbau der innovativen Pilotanlage investieren.

Zukunftsträchtige Technologie

Die Power-to-Liquid-Anlage soll auf dem Kraftwerksgelände Strom aus Wasserkraft zu synthetischem Treibstoff und Wachsen transformieren. Sie besteht aus drei Containern und einem Trafohaus. Die Anlage hat eine Kapazität von rund 400 000 Litern pro Jahr. Das Karlsruher Unternehmen Ineratec GmbH stellt die mobile und dezentral einsetzbare Pilotanlage her.

Noch seien strombasierte Kraftstoffe eine Zukunftstechnologie, heisst es in einer Mitteilung von Energiedienst. «Schon bald aber könnten sie sich als echte ergänzende Alternative zur Elektromobilität etablieren.» Überschüssiger Strom aus erneuerbarer Erzeugung könnte so gespeichert werden und bei Bedarf umweltfreundlich Fahrzeuge mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren antreiben. Zudem verringerten synthetische Kraftstoffe die Abhängigkeit von Ländern mit Erdöl- und Gasvorkommen, heisst es in der Mitteilung weiter. Energiedienst sei an diesem zukunftsträchtigen Thema von Beginn an dabei.

Der vor Ort im Wasserkraftwerk produzierte Ökostrom erzeugt durch Elektrolyse Wasserstoff, der mit CO2 aus biogenen Anlagen zusammengebracht zu Kohlenwasserstoffen synthetisiert wird. Die Kohlenwasserstoffe können zu synthetischem Diesel für CO2-freies Autofahren und Wachsen, zum Beispiel für die Kosmetik- und Nahrungsmittelindustrie umgewandelt werden. Diese Produkte enthalten anders als aus Erdöl gewonnener Diesel keine Schadstoffe. Der synthetische Diesel verbrennt zum Beispiel nahezu schwefelfrei. Zudem entsteht durch den Prozess Wärme, die für Industrieanlagen und Wärmeversorgung in Quartieren genutzt werden könnte. (AZ)

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