Der tiefe Wasserstand hat Folgen für den Güterverkehr auf dem Rhein, denn: Je weniger Wasser der Rhein führt, desto weniger können die Schiffe laden. Am Freitag musste die Containerschifffahrt am Basler Rheinhafen gar eingestellt werden, wie das News-Portal nau.ch berichtete. Das hat Auswirkungen auf die Unternehmen, die ihre Ware über den Wasserweg exportieren. Etwa die Jakob Müller AG mit Sitz in Frick.

Der Textilmaschinen-Hersteller verschifft Container ab den Seehäfen Antwerpen und Rotterdam in die ganze Welt. «Für den Transport an diese Häfen ist – neben Bahn und LKWs – auch der Rhein ein wichtiger Transportweg», sagt Max Rickenbach, Exportleiter für Maschinentransporte bei der Jakob Müller AG. «Durch die Schliessung des Basler Rheinhafens bekommen wir unsere Ware nicht rechtzeitig nach Antwerpen und Rotterdam.»

Die Alternativen sind teuer

Im Moment sei die Situation noch nicht dramatisch, betont Rickenbach. «Viel Ware ist bereits auf dem Wasserweg unterwegs.» Das Unternehmen hat in den vergangenen Wochen geahnt, dass es mit der Schifffahrt auf dem Rhein eng werden könnte und deshalb «absehbare und planbare Lieferungen schon weit im Voraus auch über die Bahn und LKWs gebucht», erklärt Rickenbach.

Da aber sind die Auswirkungen ebenfalls spürbar. Durch die aktuelle Situation am Basler Rheinhafen sind die Alternativen Bahn und LKW überlastet. «Es gibt Wartezeiten von zwei Wochen», so Rickenbach. Hinzu kommt, dass durch die erhöhte Nachfrage auch die Preise steigen. «Somit entstehen Mehrkosten, wenn wir diese Transportwege wählen.»

Über den Süden ausweichen

Die Jakob Müller AG prüft deshalb derzeit eine Verschiffung ab den Südhäfen wie Marseille oder Genua, um dem Engpass im Norden auszuweichen – trotz Nachteilen. «Auch dies führt zu Mehrkosten», sagt Rickenbach. Zudem sei es möglich, dass es an diesen Häfen zu einer Überlastung kommt, wenn viele Unternehmen ausweichen. Als letzte Möglichkeit bliebe der Transport über den Luftverkehr, «was allerdings die teuerste Lösung ist», so Rickenbach.

Er hofft, dass es nicht soweit kommt. «Wir sind bestrebt, auch weiterhin frühzeitige Buchungen zu platzieren. Das erhöht die Chancen, dass die Ware rechtzeitig an den Seehäfen ist – es ist aber angesichts der überlasteten Transportwege keine Garantie», so Rickenbach. Ausserdem sei es nicht immer einfach, die Lieferungen so weit im Voraus genau zu planen.

Verschobene Liefertermine

Das grösste Problem für die Jakob Müller AG ist derzeit, dass es schwierig ist, die vereinbarten Liefertermine einzuhalten. «Die Kunden sind aber auf unsere Maschinen angewiesen», so Rickenbach. Wichtig sei es deshalb, die Kunden über die Situation zu informieren und mit ihnen gute Lösungen zu finden. Finanziell hingegen hat die Situation noch keine Auswirkungen. «Im Moment federn die Spediteure die Mehrkosten ab», sagt Rickenbach.

Zahlen möchte er keine nennen, aber: «Wir sind dank der langfristigen Planung und frühzeitigen Buchung noch auf einem guten Weg.» Sollte die Situation aber längerfristig anhalten, «würde es kritisch» werden.