Fricktal
Traditionsgeschäft muss schliessen: Ohne Online-Shop geht es heute nicht mehr

Sportartikelhändler aus der Region äussern sich zu Schwierigkeiten der Branche, zum aktuellen Geschäftsgang – und der Bedeutung von Online-Shops.

Marc Fischer
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In Sportgeschäften dreht sich derzeit vieles um Ski.

In Sportgeschäften dreht sich derzeit vieles um Ski.

Emanuel Freudiger

Ende Februar schliesst Tria Sport in Frick seine Türen. Inhaber Erwin Frei spricht einerseits von einem «Happy End einer langen Erfolgsgeschichte», weist aber auch darauf hin, dass der Sportartikelmarkt seit einigen Jahren «ein härteres Pflaster» ist. Rolf Weidmann, Inhaber von Longo Sport in Möhlin, und Hans Waldmeier, Inhaber von Waldmeier Sport in Mumpf, pflichten dem bei. «Wir müssen mehr kämpfen und mehr arbeiten als früher», sagt Weidmann. Für ihn ist das aber ein Zeichen der Zeit. «Das ist doch in allen Branchen so.» Waldmeier sieht dies ähnlich.

Und trotzdem: «Der Geschäftsgang im Laden ist nicht zu vergleichen mit früheren Zeiten.» Das Sportgeschäft in Mumpf hat deshalb auch seine Öffnungszeiten angepasst – sprich verkürzt. Mut macht Waldmeier dagegen ein Erfahrungswert. «Bei uns steigert sich der Umsatz oft im Hinblick auf die Sportferien.»

Mehr Mieten als Käufe

Weiterhin sehr gut läuft dagegen gemäss Waldmeier der Skimarkt, an dem die Kunden jeden Samstag unter anderem Mietski aus der Vorsaison zu reduzierten Preisen kaufen können. Rolf Weidmann seinerseits ist derzeit zufrieden mit dem Umsatz: «Ich führe das Geschäft seit 17 Jahren und bis jetzt ist es der beste Winter überhaupt», sagt er. Gründe sieht er darin, dass es in den Bergen bereits früh geschneit habe. Und: «Die kalten Temperaturen, die im Moment herrschen, helfen ebenfalls. Da kauft man eher mal eine Winterjacke.»

Obwohl in den Skigebieten ein Rundum-Miet-Service mittlerweile zum Standard gehört, kann Longo Sport weiterhin auf eine treue (Miet-)Kundschaft zählen. «Über 90 Prozent des Umsatzes bei den Ski sind Mieten», sagt Rolf Weidmann. Aber: «Wir verkaufen auch wieder mehr Ski als auch schon.» Gerade der Mietkauf nehme zu. Immer weniger gefragt sind im Wintergeschäft dagegen Snowboards. «Ich habe sie zwar noch im Sortiment, aber der Boom ist definitiv vorbei», so Waldmann.

Eigene Online-Shops im Aufbau

Bleibt noch die Frage nach dem Online-Handel als Konkurrenz? «Spürbar» sei diese, sagen Waldmeier und Weidmann. Beide sind deshalb auch daran, einen eigenen Online-Shop aufzubauen. «Das ist zwar zeitintensiv», sagt Weidmann, «aber heutzutage geht es fast nicht mehr ohne.»

Dem Online-Boom zum Trotz hat Weidmann aber auch festgestellt, dass bei Teilen der Kundschaft ein Umdenken eingesetzt hat. «Für sie ist Beratung und Service wichtig. Dafür zahlen sie dann gerne auch mal ein paar Franken mehr.»