Butternuss, Muskat, Sweet Mama – Kürbis ist nicht gleich Kürbis, weiss Regina Hort, die auf dem Kehrhof in Wittnau rund 220 Arten verschiedener Speise- und Zierkürbis züchtet. «Mein Liebling ist die Sweet Mama. Sie hat ein starkes Maroni-Aroma. Der Muskat schmeckt besonders fruchtig und die Butternuss ist der Allrounder unter den Speisekürbissen», erklärt Hort.

Der Schwerste auf den rund 75 Aren grossen Feldern ist jedoch ein sogenannter Atlantic Giant. 30 Kilogramm bringt er derzeit auf die Waage. 35 bis 40 Kilogramm sind es, wenn er in einigen Tagen geerntet wird. Kürbisse, die über 30 Kilogramm wiegen, sind in dieser Saison auf den Äckern der Hofbesitzerin rar gesät; und generell fällt die Kürbisernte in dieser Saison recht bescheiden aus. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Ertrag nur halb so gross – zwischen 2000 und 3000 Speise- und Zierkürbissen. Dies hat einen einfachen Grund: das Wetter. «Wir hatten einen recht kühlen und nassen Frühling. Deswegen haben die Kürbisse nur ein flaches Wurzelwerk ausgebildet», sagt Hort. Da der Sommer dann sehr trocken war, konnten die Kürbisse nicht mehr genügend Wasser aufnehmen und sind regelrecht abgestanden.

Regina Hort vom Kehrhof in Wittnau mit ihrem 30 Kilogramm schweren Atlantic Giant-Kürbis. Dennis Kalt

Regina Hort vom Kehrhof in Wittnau mit ihrem 30 Kilogramm schweren Atlantic Giant-Kürbis. Dennis Kalt

«Weil die Ernte schlecht ausfällt, wird es in diesem Jahr unseren Selbstbedienungsstand nicht geben», sagt die Kürbis-Fachfrau. Und überhaupt haben einige die Bezeichnung Selbstbedienungsstand zu wörtlich genommen, sagt Hort: «Ab und zu kam es vor, dass sich Leute einfach Kürbisse geholt haben, ohne den angeschrieben Betrag in die Kasse zu legen.» Als sie einen dieser Gratis-Kürbis-Abholer darauf ansprach, entgegnete ihr dieser: «Wieso bezahlen? Die wachsen doch einfach so in der freien Natur.»

Im Mai tragen Kürbisse Hütchen

Falsch – «einfach so» reifen die Kürbisse nicht. Know-how und mehrere Arbeitsschritte stecken in einer ausgewachsenen Frucht: «Im April züchten wir die Setzlinge auf, indem wir je zwei bis drei Samen in kleine Töpfe mit Erde säen», erklärt Hort. Anschiessend werden auf dem Acker Gewebefolien ausgelegt, auf denen die Setzlinge eingepflanzt werden. «Um die zarten Pflanzen gegen die Mai-Kälte zu schützen, setzen wir ihnen kleine Hütchen auf», sagt Hort. Zusätzlich muss das Unkraut auf dem Acker gejätet werden.

Vielleicht, wenn das Wetter mitspielt, knackt sie nächstes Jahr ihren persönlichen Kürbisgewichtsrekord, der bei rund 80 Kilogramm liegt.