Wallbach

Über Kindergarten ziehen Asylbewerber ein: «Hoffentlich eine Familie»

Oberhalb des Kindergartens werden vier Flüchtlinge einziehen. (Symbolbild).

Oberhalb des Kindergartens werden vier Flüchtlinge einziehen. (Symbolbild).

Möhlin hat seinen Asylverbund mit Schupfart und Wallbach aufgelöst. Nun muss Wallbach vier Asylsuchende aufnehmen. Diese werden in eine Gemeindewohnung oberhalb des örtlichen Kindergartens einquartiert werden.

Ab Februar werden in Wallbach in der Gemeindewohnung über dem Kindergarten an der Bodenmattstrasse Asylsuchende untergebracht. Die Spielgruppe, welche die Wohnung zur Zeit nutzt, wird sich ab 11. Januar bis voraussichtlich im Sommer wieder im Gemeindesaal einrichten. Das schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung.

Auf Anfrage der az sagt Gemeindeschreiber Thomas Zimmermann, dass der Gemeinderat bereits seit Sommer Überlegungen angestellt habe, wo Platz für Asylsuchende vorhanden sei. «Damals zeichnete sich ein Ende der Zusammenarbeit mit Möhlin ab», so Zimmermann.

Seit 2011 bestand eine Vereinbarung mit der Gemeinde Möhlin über die gemeinsame Unterbringung der Asylsuchenden. Weil seit Sommer die Aufnahmequote stets erhöht wurde, stehen nun in Möhlin für Drittgemeinden keine Unterkünfte mehr zur Verfügung.

Die Gemeinden sind gemäss gesetzlich definiertem Verteilschlüssel zur Aufnahme von Asylsuchenden verpflichtet. Für die Gemeinde Wallbach betrug die Aufnahmequote bisher vier Asylsuchende; ab 2016 beträgt die vorläufige Aufnahmequote sieben Asylsuchende.

Kommt die Gemeinde der Aufnahmepflicht nicht nach, ist pro nicht aufgenommene Person ein Ersatzbeitrag von 3400 Franken pro Monat an den Kanton zu zahlen. Zimmermann spricht auch von einem «gewissen finanziellen Druck».

Gemeinderat hofft auf Familie

Anzahl Personen und Staatsangehörigkeit, die in die Wohnung über dem Kindergarten einziehen, werden erst gegen Ende Januar bekannt sein. Der Gemeinderat hat die Hoffnung, dass es sich um eine Familie handelt.

«Wir sind überzeugt, dass sich in Wallbach aufgrund unserer familienorientierten Struktur eine Asylbewerberfamilie mit Kindern gut integrieren lässt», sagt Zimmermann. Die Schul- und Kindergartenleitung ist bereits informiert.

Die Wohnung bietet laut Zimmermann Platz für eine maximal siebenköpfige Familie. Für den Fall, dass die Aufnahmequote im Frühjahr noch einmal erhöht wird, werden bereits Überlegungen angestellt. So sei denkbar, dass das alte Kindergartengebäude als Unterkunft angeboten wird, wenn der Kindergarten im Sommer in den Neubau umzieht. (az/nbo)

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