Rheinfelden

Velodiebe schlagen laufend am Bahnhof zu – jetzt kommt die Videoüberwachung

Seit Anfang 2017 meldeten in Rheinfelden schon 240 Personen ihr Velo als gestohlen. Bild: bz/Archiv

Seit Anfang 2017 meldeten in Rheinfelden schon 240 Personen ihr Velo als gestohlen. Bild: bz/Archiv

Dieses Jahr wurden alleine in Rheinfelden schon 53 Velos gestohlen – viele davon am Bahnhof. Die Diebstahl-Hotspots im Auge hat dieses Jahr vermehrt auch die Polizei Oberes Fricktal.

«Du bisch vo Rhyfälde, wenn...» heisst die Facebook-Gruppe für (Heimweh-)Rheinfelder. Eine Userin vervollständigte den Satz darin jüngst so: «... dir scho wieder es Velo klaut worde isch.» Dann macht sie ihrem Ärger darüber Luft, dass ihr schon zum dritten Mal in diesem Jahr ein Velo am Bahnhof gestohlen worden sei. Andere Gruppenmitglieder verweisen auf ähnliche Erfahrungen, immer wieder sind in Rheinfelden in den letzten Wochen Fahrräder entwendet worden.

Bei der Stadtverwaltung weiss man um die Problematik – und kennt die Zahlen. Vom 1. Januar 2017 bis jetzt seien insgesamt 240 Velo-Diebstähle gemeldet worden, sagt Vizestadtschreiberin Christine Schibler. «Davon in diesem Jahr bisher 53.» Und weiter: «Der Vergleich der letzten drei Jahre zeigt, dass sich die Velodiebstähle in diesem Jahr etwa im selben Rahmen bewegen wie in den Vorjahren oder eher geringer ausfallen werden.» Auch in den anderen Gemeinden des unteren Fricktals seien die Velodiebstähle im Rahmen der Vorjahre.

Die Hotspots in Rheinfelden lägen am Bahnhof sowie bei der Fussgänger-Unterführung bei der Rosenau mit Zugang zum Bahnhof, so Schibler weiter «Durchschnittlich 44 Prozent der Velodiebstähle werden von diesen beiden Hotspots gemeldet.»

Videoüberwachung für Velounterstände geplant

Es sei denn auch vorgesehen, stadteigene Velounterstände – jene bei der der Rosenau-Unterführung und bei den Schulhäusern – per Videokamera zu überwachen. «Diese Überwachung bedarf jedoch einer Anpassung des Reglements zur Videoüberwachung, die zurzeit in Bearbeitung ist. Und danach ist die Bewilligung durch den kantonalen Datenschutzbeauftragten nötig», erklärt Schibler das Vorgehen. Überdies sei die Regionalpolizei Unteres Fricktal in ständigem Kontakt mit der SBB, in deren Eigentum sich die Veloständer am Bahnhof befinden. Gemeinsam mit den Bundesbahnen suche man nach Lösungen.

Die Velodiebe machen nicht an der Bezirksgrenze Halt: Auch im oberen Fricktal sind Velodiebstähle ein Thema. Die Anzahl der entwendeten Fahrräder dürfte sich jedoch in einem ähnlichen Bereich bewegen wie im Vorjahr, wie Daniel Meier, stellvertretender Polizeichef der Polizei Oberes Fricktal sagt. «Anzeigen gehen vermehrt aus dem Bereich des öffentlichen Verkehrs ein», so Meier. «Dies sowohl an den Bahnhöfen als auch an Postautohaltestellen.» Zudem würden auch Velos bei privaten und öffentlichen Gebäuden gestohlen. Interessant dabei: «Es sind sämtliche Arten von Velos betroffen, jedoch mehrheitlich solche im Niedrig- und Mittelpreis-Sektor. Entwendungen von hochpreisigen Fahrrädern sind eher selten.»

Herrenlose Fahrräder werden eingesammelt

Die Polizei Oberes Fricktal hat bereits im Verlauf des Jahres «ein verstärktes Augenmerk auf Zweiräder gelegt», wie Meier weiter sagt. Dies beinhalte auch eine entsprechende Kontrolle der oben genannten Hotspots. Weiter werden Fahrräder bei Kontrollen nicht nur auf die Betriebstüchtigkeit überprüft, «sondern auch hinsichtlich von Suchvermerken nach allfällig erfolgten Diebstählen». Meier betont weiter, dass die Besitzer der Fahrräder angehalten sind, ihre Fahrzeuge zweckdienlich gegen Diebstahl zu sichern, sei dies im öffentlichen wie im privaten Bereich.

Neben den Velodiebstählen wird ein weiteres Zweirad-Thema in den sozialen Medien immer wieder diskutiert: herrenlose Velos, die tagelang irgendwo herumstehen. Gerade in der Kaiseraugster Facebook-Gruppe gab es in letzter Zeit mehrere solcher Einträge. Auch im oberen Fricktal ist das Problem bekannt. «Sofern die aufgefundenen oder eingezogenen Fahrräder einem entsprechenden Delikt zugeordnet werden können, werden diese wieder an die jeweiligen Besitzer vermittelt», sagt Daniel Meier. Bei fehlenden Suchvermerken werden die Velos bei der Polizei Oberes Fricktal eingelagert und «nach Ablauf der entsprechenden Fristen an konzessionierte Fahrradhändler vermittelt».

«Fahrräder, welche noch einen Wert haben, werden in der Datenbank für gestohlene und gefundene Fahrräder ausgeschrieben», erklärt Christine Schibler das Vorgehen. Oftmals handle es sich jedoch um wert- und herrenlose Fahrräder. Diese würden durch den Werkhof eingesammelt und nach Absprache mit der Regionalpolizei entsorgt.

Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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