Coronavirus
Volg at home: Gemeinden organisieren Einkaufshilfen für Risikogruppen

In Schupfart bringen nun Volg-Mitarbeiter die Lebensmittel vorbei – in Gipf-Oberfrick gab es schon 300 Lieferungen.

Dennis Kalt
Merken
Drucken
Teilen
Franziska Weber liefert in Gipf-Oberfrick Einkäufe aus.

Franziska Weber liefert in Gipf-Oberfrick Einkäufe aus.

Dennis Kalt

Neben Geschäften und Restaurants, die in den letzten Wochen auf einen Lieferdienst setzten, damit ihr Umsatz nicht total versiegt, sind auch einige Gemeinden aktiv geworden. Um die Gefahr einer Infektion für Personen aus Risikogruppen zu minimieren, organisierten sie für diese Einkaufshilfen. Dadurch können die gefährdeten Personen zu Hause bleiben und bekommen ihre Lebensmittel vor die Türe geliefert.

Solch einen Lieferdienst hat etwa die Gemeinde Schupfart zusammen mit der Volg-Filiale auf die Beine gestellt. Seit dem 21. März wurden etwa 120 Lieferungen an etwa 15 Personen – unter anderem auch von Mitgliedern des Gemeinderates und Verwaltungspersonal ausgefahren. Nun hat jedoch der Gemeinderat entschieden, sich von dieser Unterstützungsarbeit zurückzuziehen. «Dies, weil am 11. Mai die Schulen und Restaurants wieder öffnen und wir im ganzen Lande schrittweise in den Normalzustand übergehen», sagt Gemeindeammann René Heiz. Trotzdem würden die gefährdeten Personen weiter durch das Volg-Personal in deren Arbeitspausen beliefert – dies ohne zusätzliche ­Kosten.

Trinkgeld für das ­Volg-Personal

Auch Heiz hat den gefährdeten Personen Einkaufstüten vorbeigebracht. «Wenn die Belieferten bar bezahlt haben, gab es oftmals Trinkgeld für die Volg-Mitarbeitenden, welche die Einkaufstüten für uns zum Abholen bereitgestellt haben», sagt Heiz.

Einen Einkaufsdienst für alle gefährdeten Personen organisiert auch die Gemeinde Gipf-Oberfrick zusammen mit dem Volg. «Bisher haben in der Gemeinde Freiwillige rund 300 Lieferungen mit einem Volumen zwischen 16000 und 18000 Franken ausgefahren», sagt Gemeindeschreiber Urs Treier. Die Einkaufshilfe – ausgeliefert wird von Montag bis Freitag – wolle man noch so bis Mitte Mai beibehalten, dann jedoch voraussichtlich im Zuge einer sich entspannenden epidemiologischen Lage auf zwei Mal die Woche reduzieren.

Positiv findet Treier die Solidarität, die sich im Dorf gezeigt hat. «In den ersten beiden Tagen haben sich zwischen 25 und 30 Freiwillige für den Einkaufsdienst gemeldet», sagt er.

In Obermumpf ist es Gemeindeammann Eva Frei persönlich, die seit Mitte März Einkaufshilfen vermittelt, aber zumeist die Lebensmittel selbst zu den Patienten der Risikogruppen bringt. «Man kann von den gefährdeten Personen nicht verlangen, dass diese zuhause bleiben, wenn es nicht gleichzeitig in der Gemeinde Angebote dafür gibt, wie etwa für die Belieferung mit Lebensmitteln», so Frei. Deswegen werde sie solange die entsprechende Weisung des Bundesamtes anhalte auch die Einkäufe organisieren. Dabei fährt Frei nicht nur in den Obermumpfer Volg, sondern etwa auch in die Fricker Coop-Filiale oder in den Denner-Laden nach Stein. «Ganz nach Wunsch», wie sie sagt.