Die Familien-Konstellation verändert sich und mit ihr die Bedürfnisse: Mütter arbeiten auch, alleinerziehende Eltern sind keine Seltenheit, Ein-Kind-Familien werden beliebter. Mit den angebotenen Mittagstischen an den Schulen wurde bereits im Sinne der entstandenen Bedürfnisse gehandelt.

Laufenburg und das Mettauertal planen nun weiter, denn die familienexterne Kinderbetreuung ist ein Diskussionspunkt seit den kantonalen Abstimmungen im vergangenen Frühling. «Mit der aktuellen Umfrage zur Bedürfnisabklärung für familienexterne Kinderbetreuung bei der Bevölkerung wollen wir erfassen, welche Massnahmen und Ziele sinnvoll und auch gewünscht sind. Dann wird weiter geplant», sagt Meinrad Schraner, Vizeammann von Laufenburg.

Rundum-Betreuung

Familienergänzende Tagesstrukturen, wie sie Rheinfelden bereits erfolgreich eingeführt hat, beinhalten je nachdem Betreuung vor Schulstundenbeginn, einen Mittagstisch, Nachmittagsbetreuung nach der Schule, betreute Hausaufgabenhilfe, beaufsichtigte Lernzeit, aber auch ein Programm während den Schulferien. «Wir bieten aktuell einen Mittagstisch, Betreuung nach der Schule und Ferienbetreuung. Alles wird sehr aktiv genutzt», so die Rheinfelder Stadträtin Béa Bieber.

«Bei der Umfrage zum Angebot familienexterne Kinderbetreuung werden alle Bürger von Laufenburg befragt. Es geht darum, was überhaupt geboten werden soll, wie viele Kinder Gebrauch vom Angebot machen würden, ob Eltern oder Kinderlose bereit wären, mitzuhelfen, und wie es mit den Kosten aussehen soll», so Schraner.

Das Angebot müsse ja, wegen den kantonalen Abstimmungen, überarbeitet werden. Es sei für Laufenburg aber auch eine Selbstverständlichkeit, daran weiter zu arbeiten, da der Fokus der Gemeinde auf dem Wohnen liege.

«Wir wollen attraktiv sein für junge Familien. Das bedeutet, dass wir qualitativ gute Schulen bieten, aber auch Betreuungsdienste gewährleisten.» Die Umfrage basiere auf einem regelmässigen Austausch des Laufenburger Gemeinderates mit der Schulpflege, aber auch auf Anfragen von Eltern.

Die Gemeinde Mettauertal ist schon weiter in der Planung, als sie es nach kantonalen Regelungen sein müsste: «Die Nachfrage besteht bei uns nicht wirklich, wir veranstalten den Infoanlass am 30. November unter dem Motto: ‹Was würde man als Familie nutzen, wenn das Angebot erst mal da wäre.› So können wir bei der weiteren Planung auch auf diese Wünsche eingehen», sagt Vreny Schmid, Gemeinderätin im Mettauertal.

Die Bevölkerung werde am Anlass darüber informiert, was geplant sei, wie weit die Arbeitsgruppe im Projekt sei und wie es weiter gehen werde. «Wir gehen davon aus, dass – wie beim Mittagstisch – das Angebot die Nachfrage mit sich bringen wird. Es eilt nicht bei der Umsetzung, wir arbeiten schrittweise.» Der Gemeinderat sei aber absolut dazu bereit, für das Ziel familienergänzende Tagesstrukturen zu arbeiten. Schmid: «Es wäre schön, ein solches Angebot im Mettauertal zu haben.»