Laufenburg (D)

Wegen Schweizer Baustelle: Einkaufstouristen meiden deutsches Einkaufszentrum

Normalerweise füllen Einkaufstouristen im Laufenpark ihre Taschen – wegen der Baustelle auf Schweizer Seite weichen sie aus. Archiv

Normalerweise füllen Einkaufstouristen im Laufenpark ihre Taschen – wegen der Baustelle auf Schweizer Seite weichen sie aus. Archiv

Die Einzelhändler im Einkaufszentrum Laufenpark beklagen massive Umsatzeinbussen.

In den rund 30 Einzelhandelsgeschäften des Gewerbegebiets Laufenpark sorgen Einkaufstouristen aus der Schweiz normalerweise für sehr gute Geschäfte. An manchen Ladenkassen wird mehr als die Hälfte des Umsatzes mit Kunden aus der Schweiz gemacht. Die im Vergleich zur Schweiz meist signifikant niedrigeren Warenpreise und die Rückerstattung von 19 Prozent deutscher Mehrwertsteuer locken zum Einkauf über den Rhein.

Doch im Augenblick rollen weniger Fahrzeuge mit Aargauer, Zürcher, Solothurner oder Luzerner Zulassungsnummer über die Laufenburger Hochrheinbrücke. «Man kann im gesamten Laufenpark auf einmal sehr viele freie Parkplätze finden», beschreibt Julio Muñoz Gerteis ein vor allem an Samstagen völlig ungewohntes Bild. In seinem Bettenfachgeschäft macht Muñoz Gerteis über ein Drittel des Umsatzes mit Schweizern. Derzeit sind es deutlich weniger.

Einkaufstouristen weichen aus

Schuld ist die Langzeitbaustelle auf der Winterthurerstrasse. Die Ortsdurchfahrt auf Schweizer Seite befahren normalerweise rund 17'000 Fahrzeuge täglich. Doch seit Ende Januar wird die Strasse saniert. Fast täglich stauen sich vor den Baustellenampeln die Autos. An Werktagen stehen die Pendler morgens Richtung Basel und abends Richtung Grenze, an Samstagen auch die Einkaufstouristen. Mitunter dauert die Wartezeit über 20 Minuten.

Das hat Folgen: Denn es scheint, als hielten die Wartezeiten an den Baustellenampeln viele Schweizer Kunden vom Einkauf im Laufenpark ab. Darauf deutet die Zahl der im Zollamt Laufenburg bearbeiteten Ausfuhrscheine hin, die stark zurückgegangen ist. Es scheint zudem weiter, als verzichte so mancher Schweizer zwar auf die Fahrt in den Laufenpark – kaufe aber weiter in Deutschland ein, nämlich in Bad Säckingen.

Das kann ebenfalls aus den Zahlen des Zolls herausgelesen werden. Seit Januar sei der private Grenzverkehr über die Hochrheinbrücke spürbar zurückgegangen, sagt Mark Eferl, Sprecher der Hauptzollamts Singen. «Mittlerweile werden am Zollamt Bad Säckingen etwa gleich viel Ausfuhrscheine abgefertigt wie in Laufenburg.» Vor Januar habe die Zahl der in Laufenburg bearbeiteten grünen Zettel die in Säckingen gestempelten im Verhältnis von etwa 6:4 klar überwogen.

Beschleunigung wird diskutiert

Seit vier Monaten wird im Schweizer Laufenburg auf zwei Baustellenabschnitten gearbeitet. Die erste Bauphase könne dieses Wochenende abgeschlossen sein. Die anderen Bauarbeiten dauerten voraussichtlich noch bis Frühling 2021. Auch Einzelhändler aus dem Schweizer Laufenburg klagen über Umsatzeinbussen wegen der Baustelle. Die Rede ist von etwa 20 Prozent. Die Gewerbetreibenden fordern deshalb eine Verkürzung der Bauzeit.

Die Verantwortlichen der kantonalen Tiefbauabteilung haben sich zu Beginn vergangener Woche mit den Stadtrat Laufenburg getroffen. «Es wurden verschiedene Möglichkeiten einer Beschleunigung der Bauarbeiten diskutiert», sagt Projektleiter Daniel Mathys. Einige Massnahmen würden nun geprüft. Stadtrat und Tiefbauabteilung wollen sich Mitte Juni wieder treffen.

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