Die Hitzewelle bringt derzeit das Fricktal in Schwitzen. Für so manch einen bietet da der «Schwumm» im Rhein eine willkommene Abkühlung. Doch Vorsicht ist geboten, wenn man in das Fliessgewässer steigt. So musste die Berufsfeuerwehr Basel-Stadt kürzlich gleich zwei Mal zur Wasserrettung ausrücken, weil Schwimmer die Wassertemperatur und Strömung unterschätzt hatten.

Einer, der sich mit den Gefahren des Rheinschwimmens auskennt, ist Walter Rech, Ehrenpräsident der SLRG Fricktal. «Derzeit ist die Strömung stark, sodass es gerade für ungeübte Schwimmer ein Risiko ist, in den Rhein zu steigen.» So bestünde die Gefahr, dass man aufgrund der hohen Fliessgeschwindigkeit den Uferausstieg verpasse oder einen Krampf bekäme. «Wenn man längere Strecken schwimmen will, sollte man dies zu zweit tun», sagt Rech.

Als Einstiegsort, an dem die Strömung schwächer ist als andernorts, nennt Rech die Badstube in Laufenburg. «Dort befindet sich der Einstieg in einer kleinen Bucht.» Beliebt bei den Fricktalern ist auch das Rheinufer in Stein in der Nähe des Kraftwerkes. Hier sei Vorsicht geboten, sagt Rech. «Wenn das Kraftwerk die Schleusen öffnet, kann die Strömung schnellanziehen.»

Situation nicht unterschätzen

Von den Gefahren des Rheinschwimmens kann auch Marc Leber, Kommandant der Feuerwehr Rheinfelden, berichten. «Derzeit fliesst viel Schmelzwasser in den Rhein, man sollte daher seine eigenen Fähigkeiten nicht überschätzen.»

Zwischen dem Inseli bei der alten Rheinbrücke und dem Pontonierdepot gilt werktags bis zum 12. Juli aufgrund von Baggerarbeiten ein öffentliches Schwimmverbot. Wer vom Inseli aus am Wochenende ins Wasser steigen will, für den empfiehlt es sich, entlang des Schweizer Ufers in Richtung Strandbad zu schwimmen. Auf einer Hinweis-Tafel deklariert die Stadt diesen Abschnitt als eine «einfache Strecke.» Nur «für geübte, ortskundige Schwimmer» ist der Abschnitt zwischen der Rheintreppe beim Stadtpark Ost in Richtung Inseli geeignet. Auch hier sollte man sich beim Schwimmen nicht weiter als 30 Meter vom Ufer der Schweizer Seite entfernen.

Die gefährlichste Stelle für Schwimmer befindet sich direkt beim zweiten Torbogen der alten Rheinbrücke, wo das St.-Anna-Loch liegt. Während gewöhnlich der Rhein bei Rheinfelden zwischen drei und vier Metern tief ist, stürzt das Wasser an der Felskante des Grabens rund 30 Meter in den Abgrund, sagt Leber. «Die Strömungen unter der Wasserkante können dort auch geübte Schwimmer in die Tiefe reissen.»

Der Sprung ins kühle Nass

Einer, der fast jeden Tag im Rhein seine Runden dreht – auch im Winter –, ist Jakob Vogt aus Wittnau. «Um zu vermeiden, dass der Körper auskühlt, sollte man pro Grad maximal eine Minute im Wasser bleiben.» Vogt, der zurzeit in Sisseln in den Rhein steigt, beobachtet hin und wieder, dass Personen mit aufgeheiztem Körper ins kühle Nass springen. «Dadurch besteht die Gefahr, dass man ohnmächtig wird, und untergeht», sagt Vogt. Besser sei es, langsam in das Wasser zu gehen, sodass sich der Körper an die Wassertemperatur gewöhnen kann.