Rheinfelden

«Wenn einfach alle nur glücklich sein und geliebt werden wollen»

Die junge Theaterwerkstatt zeigt dieses Wochenende ihr neustes Stück «Friends».

Mit «Friends» bringt die Junge Theaterwerkstatt Rheinfelden ihre neuste Produktion auf die Bühne.

Zehn Jugendliche, zehn verschiedene Leben, ein Thema: Freundschaft – oder: «Wenn einfach alle nur glücklich sein und geliebt werden wollen», so beschreibt Eva Szeszak, Regisseurin und Autorin des Skripts «Friends», das neue Stück der jungen Theaterwerkstatt Rheinfelden. Das zwölfköpfige Ensemble, vornehmliche Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahre alt, bringt das gesellschaftskritische Schauspiel mit komödiantischen Elementen heute Abend im Rheinfelder Schützenkeller auf die Bühne.

Gespielt wird in «Blitzlichtern», sagt Szeszak. So handeln die etwa zweiminütigen Episoden davon, wie Mitch träumt, andere umzubringen, Lars Drogen nimmt oder Isaac mit seinem Teddybär spricht. Dementsprechend tragen die Episoden auch so eigenwillig Titel wie «Lasst uns töten gehen», «Mit Pillen chillen» und «Teddybär, Teddybär dreh dich um».

«Die einzelnen Kurzepisoden nehmen teilweise Elemente der vorherigen auf, sodass ein Faden durch das Stück, ähnlich wie bei einer Fernsehserie, gesponnen wird», erklärt Szeszak. Dazu wird gerappt, getanzt und Gitarre und Klavier gespielt.

Eine abgedrehte Mathelehrerin

Neben den zehn jugendlichen Protagonisten stehen mit der abgedrehten Mathelehrerin Frau Wiedehopf und Chantals Mutter auch zwei erwachsene Charaktere auf der Bühnen, um das Stück um eine Perspektive zu erweitern. «Es dreht sich auch darum, wie Erwachsene die Probleme und Erfahrungen von Jugendlichen wahrnehmen und mit diesen umgehen», sagt Szeszak, die den Zuschauern auch eine Botschaft vermitteln will: Wie sollen im Makrokosmos Probleme wie Hunger, Krieg oder die Umweltverschmutzung gelöst werden, wenn wir in unserem eigenen Mikrokosmos schon genügend Probleme haben? So folgt Szeszak auch in der Auswahl der Thematik einer Tradition. Wir zeigen gerne mit dem Finger auf Probleme, welche die Menschen beschäftigen. Fast spannender als das fertige Endprodukt, ist für Szeszak der Weg dorthin. «Wenn ich das Stück schreibe, habe ich schon eine Idee, wie das auf der Bühne aussehen soll. Manchmal ist eine Idee jedoch nicht umsetzbar, sodass sich während den Proben Teilszenen verändern», so Szeszak.

Oftmals, wenn etwas auf der Bühne oder beim Proben nicht so läuft wie geplant, werde auch einfach improvisiert. So können sich die jungen Darsteller auf der Bühne eine Fertigkeit aneignen, die ihnen auch nehmen der Bühne weiterhelfe. «Sicherlich hat das Theater auch eine therapeutische Wirkung», sagt Szeszak. Denn auch für das echte Leben gilt: Es läuft nicht immer alles so wie geplant.

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Autor

Dennis Kalt

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