Die Eiker Schüler gehen ab dem Schuljahr 2019/2020 in Frick zur Schule. Das beschlossen die Stimmberechtigten an der letzten Gemeindeversammlung – und im Laufe der Diskussion forderten Votanten, die Gemeinde müsse die öV-Kosten für die Schüler übernehmen. Auch in anderen Gemeinden stellten Eltern die Frage, wer die Transportkosten für den auswärtigen Schulbesuch in der obligatorischen Schulzeit übernehme.

Gemäss Hans-Jürg Roth, Leiter Rechtsdienst des kantonalen Departements für Bildung, Kultur und Sport (BKS), hat die Thematik in letzter Zeit an Aktualität gewonnen. «Einerseits zählt der Kindergarten neu zur obligatorischen Schulzeit und andererseits akzentuiert sich das Thema Transportkosten durch Schulfusionen.» Doch wann müssen die Gemeinden sich an den öV-Kosten beteiligen? Genau ist dies nirgends festgeschrieben. Im kantonalen Schulgesetz heisst es einzig: «Die Gemeinden erleichtern den auswärtigen Schulbesuch durch Übernahme notwendiger Transportkosten.» Roth verweist auf Aargauische Gerichts- sowie Verwaltungsentscheide und Bundesgerichtsurteile.

Fünf Kilometer als Faustregel

«In der Rechtsprechung gilt als Faustregel, dass sich die Gemeinden ab einem Fussweg von fünf Kilometern an den öV-Kosten beteiligen sollten», so Roth. «Für einen längeren Weg kann auch das Fahrrad eine Option sein. Zentral ist aber immer die Frage nach der Zumutbarkeit.» Und diese hänge von verschiedenen Faktoren wie der Topografie und der Sicherheit des Schulwegs oder dem Alter der Schüler ab. Auch die Jahreszeit kann eine Rolle spielen. «Und es stellt sich weiter die Frage, ob die Schüler ihre Abos auch in der Freizeit nutzen», so Roth.

Die Gemeinden im Fricktal beteiligen sich unterschiedlich an den öV-Kosten, wie eine Umfrage zeigt (siehe Tabelle). Vier Gemeinden – Eiken, Frick, Gipf-Oberfrick und Magden – beteiligen sich derzeit nicht an den Transportkosten. Frick ist als Oberstufenstandort für alle Stufen kaum mit der Problematik konfrontiert. Derzeit geht nur ein einziger Schüler in Absprache mit den Behörden in einem Nachbarort zur Schule. Eiken und Gipf-Oberfrick verweisen darauf, dass der Schulweg für die betroffenen Bezirksschüler zu kurz sei, um eine Kostenbeteiligung zu rechtfertigen. Und auch Rolf Dunkel, Gemeindeschreiber in Magden, sagt: «Es besteht keine Verpflichtung.» Ob die Handhabung in Eiken allenfalls geändert wird, wenn alle Oberstufenschüler nach Frick pendeln müssen, ist gemäss Gemeinderat Markus Zwahlen noch nicht entschieden.

Beitrag für Velofahren im Winter

Zwölf Gemeinden im Fricktal übernehmen dagegen die Jahresabo-Kosten für den auswärtigen Schulbesuch komplett. Zeiningen und Zuzgen (ab fünf Kilometern Schulweg) und Stein (ab sieben Kilometern) verweisen dabei auf eine Mindestdistanz. Auch Schwaderloch achtet auf die Distanz. Wer nach Leuggern oder Kleindöttingen zur Schule geht, erhält die Abo-Kosten erstattet, wer nach Leibstadt pendelt, nicht.

Andere Gemeinden übernehmen nur einen Teil der Abo-Kosten. «20 Prozent werden für den privaten Gebrauch angerechnet», sagt etwa der Mumpfer Gemeindeschreiber Reto Hofer. Gleiches gilt in den Gemeinden der Kreisschule Region Laufenburg für die Oberstufenschüler. In Herznach, Kaiseraugst, Ueken, Wallbach und Wittnau dagegen beteiligt man sich nur in den Wintermonaten an den öV-Kosten. Herznach und Ueken entschädigen darüber hinaus Schüler, die auch im Winter mit dem Velo zur Schule fahren, mit 30 Franken pro Wintermonat.

In den drei Fusionsgemeinden Laufenburg, Kaisten und Mettauertal gehen zahlreiche Primarschüler zwar in der Wohngemeinde, aber nicht mehr im eigenen Ortsteil zur Schule. Dem tragen die Gemeinden Rechnung und übernehmen die Abo-Kosten gleichwohl.