Kaiseraugst

Zusätzliche Ressourcen für die Schule: Der Gemeinderat beantragt einen Millionenkredit

Die Gemeinde Kaiseraugst will zusätzliche Ressourcen für die Schule.

Die Gemeinde Kaiseraugst will zusätzliche Ressourcen für die Schule.

Die Kaiseraugster Gemeindeversammlung entscheidet unter anderem über Inselklassen. Diese sollen Schülern helfen, die im normalen Unterricht Schwierigkeiten haben.

Der Kaiseraugster Gemeinderat reagiert auf die neuen kantonalen Regelungen bezüglich der Volksschule – und den damit einhergehenden, drohenden Abbau in Kaiseraugst. An der Gemeindeversammlung vom Mittwochabend beantragt er einen Kredit für zusätzliche Ressourcen.

Zur Erinnerung: Ab dem Schuljahr 2020/21 gelten in diesem Bereich geänderte Spielregeln. Der Regierungsrat hat beschlossen, die heute geltenden antragsbasierten Ressourcierungsabläufe durch eine Schülerinnen- und Schülerpauschale abzulösen.

Künftig müssen Schulen keine Anträge für Abteilungen und Lektionen mehr stellen. Stattdessen löst jeder Schüler eine gewisse Anzahl an Ressourcen, sprich: bezahlter Arbeitszeit von Lehrpersonen, aus.

Insgesamt stünde gesamtkantonal die gleiche Menge an Ressourcen zur Verfügung wie bisher, argumentiert der Kanton. Bei der Verteilung unter den Gemeinden gibt es allerdings Gewinner und Verlierer. Kaiseraugst gehört zu den Verlierern.

Der Abbau der bisherigen Ressourcen erfolgt laut Versammlungsbotschaft in mehreren Stufen. Verfügt die Schule im laufenden Schuljahr über 980 Lektionen pro Woche, sind es ab Sommer 2020 noch 932 Lektionen und ab Sommer 2022 noch 918 Lektionen – ein Minus von 62 Lektionen gegenüber heute. Im Vergleich mit dem Schuljahr 2016/17 ist der Unterschied gar noch grösser. Damals verfügte die Schule noch über 1013 Lektionen.

«Will man den bisherigen guten Standard der Schule Kaiseraugst beibehalten, müssen weiterhin zusätzliche Angebote durch die Gemeinde finanziert werden», schreibt der Gemeinderat in der Botschaft. So sollen unter anderem sogenannte «Inselklassen» geschaffen werden.

Schüler, die im normalen Unterricht Schwierigkeiten bekunden, können vorübergehend und mit Einwilligung der Eltern in eine solche Klasse wechseln und erhalten dort die nötige Unterstützung. Hat sich die Situation gebessert, wechseln sie wieder in ihre Klasse.

Dieses Modell habe sich in anderen Kantonen bereits «bestens bewährt», so der Gemeinderat.
Für die Massnahmen – also «den Ausgleich der wegfallenden vom Kanton finanzierten Ressourcen», wie es in der Botschaft heisst – beantragt der Gemeinderat einen Bruttokredit in der Höhe von 1,995 Millionen Franken. Dies auf die Dauer von fünf Schuljahren, jährlich also 399000 Franken.

Da gleichzeitig mit Einsparungen im Bereich Lehrerbesoldung gerechnet wird, beträgt der Nettokredit pro Schuljahr 282000 Franken und insgesamt 1,41 Millionen Franken. Nach vier Jahren will der Gemeinderat eine Überprüfung vornehmen, die unter anderem aufzeigen soll, wie sich die zusätzlichen Ressourcen der Gemeinde bewährt haben.

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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