Weihnachten im Kreis der Familie und der Lieben, das wünschen sich wohl viele. Aber was tun Menschen, die allein sind? Sei es, weil der Partner verstorben ist, weil eine Beziehung in die Brüche ging oder weil man keinen Kontakt zur Familie mehr hat. Für diese Menschen organisieren die Diakoniegruppen der römisch-katholischen Pfarrei und der Reformierten Kirchgemeinde Frick an Heiligabend eine offene ökumenische Weihnachtsfeier. Dieses Jahr bereits zum elften Mal.

Ins Leben gerufen haben das Projekt Vreni Meier, Leiterin der Diakoniegruppe der römisch-katholischen Pfarrei, und Johanna Berger, damals diakonische Mitarbeiterin bei der reformierten Kirchgemeinde. «Es gab zu dieser Zeit zwar ein Krippenspiel für Kinder an Heiligabend, aber kaum ein Angebot für ältere Menschen oder Alleinstehende», erzählt Meier. Zur ersten Feier kamen über 20 Personen, seither waren es jedes Jahr zwischen 30 und 35 Personen. «Das zeigt, dass eine solche Feier durchaus ein Bedürfnis ist.»

Kein einfacher Schritt

Es gibt viele Gäste, die seit mehreren Jahren kommen. Alleinstehende oder Ehepaare, meist ältere Menschen, die in diesem Rahmen den Heiligabend verbringen möchten. Auch Alleinerziehende mit Kindern waren schon dabei. In diesem Jahr sind bisher allerdings erst gut ein Dutzend Anmeldungen eingegangen, also deutlich weniger als in vergangenen Jahren. Wo die genauen Gründe dafür liegen, dass das Interesse in diesem Jahr nicht ganz so gross zu sein scheint, weiss Meier nicht. «Es spielen wohl mehrere Gründe zusammen.»

Bei einigen der langjährigen, älteren Gäste lässt die Gesundheit in diesem Jahr eine Teilnahme nicht zu. Andere seien im vergangenen Jahr verstorben. Und, ja, es sei manchmal auch schwierig, sich das Alleinsein oder die Einsamkeit überhaupt einzugestehen. «Das ist kein leichter Schritt», sagt Meier. «Diesen Schritt können wir auch niemandem abnehmen.» Aber vielleicht können die Diakoniegruppen mit der Feier etwas dafür tun, dass der Schritt ein bisschen leichter fällt. «Jeder muss sich den ‹Stupf› schlussendlich selber geben und kommen. Unsere Einladung aber gilt und unsere Feier steht allen offen», so Meier.

Freiwillige Helfer im Einsatz

Bis zum kommenden Montag, 17. Dezember, läuft die Anmeldefrist. Vreni Meier möchte bis dahin noch ein bisschen Werbung machen und hofft auf weitere Anmeldungen, betont aber gleichzeitig: «Für uns ist nicht entscheidend, wie viele Menschen kommen. Wir sind überzeugt, dass wir so oder so eine schöne Feier haben werden.»

Die beiden Diakoniegruppen wechseln sich ab mit der Organisation. Die Vorbereitungen für die Feier beginnen dabei schon im Spätsommer. «Inzwischen ist alles ziemlich eingespielt», sagt Meier. Eine Herausforderung ist es allerdings jeweils, genügend Helfer für den Anlass zu finden – gerade, weil es Heiligabend ist. «Viele verbringen diesen am liebsten im Kreis der Familie, was verständlich ist.» Noch hat es aber in jedem Jahr geklappt, auch in diesem. Acht Freiwillige werden sich um das Wohl der Gäste kümmern, sie bei Bedarf sogar zu Hause abholen oder nach der Feier nach Hause fahren. Auch unter den Helfern sind Menschen, die sonst allein wären an Heiligabend.

Besinnliche Komponenten

An der Feier wird ein mehrgängiges Menü serviert. Daneben stehen die besinnlichen Komponenten im Vordergrund, der religiöse Aspekt, mit dem Weihnachtsevangelium und dem Schlusssegen. «Traditionell werden an der Feier auch eine Weihnachtsgeschichte erzählt und gemeinsam Lieder gesungen», sagt Meier. Es brauche an der Feier aber eigentlich gar kein grosses Programm. «Viele Menschen sind einfach glücklich über die Gespräche, die sich ergeben, und geniessen die Zeit gemeinsam.»

Neben der Besinnlichkeit, dem Zusammensein, den Gesprächen und den Momenten der Stille ist es das, was Vreni Meier auch selber an der Feier besonders schätzt. «Es ist schön, zu sehen, dass die Menschen den Abend geniessen können und für einige Stunden gemeinsam Weihnachten feiern», sagt sie.