Dass es Organisationen gibt, die sich um Einzelschicksale der Schwächsten kümmern, sei wahrlich ein Grund zum Feiern, sagte die Aargauer Grossratspräsidentin Patricia Schreiber am Jubiläumsanlass. Das Heks eröffnete vor 30 Jahren seine Regionalstelle in Aarau, heute sind 20 Mitarbeitende in den Büros am Rain in der Aarauer Altstadt und am Rossmarktplatz in Solothurn beschäftigt, die von einer Vielzahl von Übersetzern und Übersetzerinnen und Kursleitern und -leiterinnen unterstützt werden.

Vornehmlich wahrgenommen wird in der Regel die internationale Arbeit der Hilfswerke, jüngst zum Beispiel im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe in Pakistan. Die Inlandarbeit leiste aber einen wichtigen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt im Land, zeigte sich Heks-Direktor Ueli Locher überzeugt, weshalb er ebenfalls gerne nach Aarau gekommen war, um der Regionalstelle zum Geburtstag zu gratulieren.

Sieben Projekte

Aktuell ist das Heks in den Kantonen Aargau und Solothurn mit sieben Angeboten präsent, die über die
Aufgaben des ehemaligen Flüchtlingsdienstes hinausgehen, der zum grössten Heks-Bereich gewachsen war,
was vor 30 Jahren zur Einrichtung der Regionalstelle führte. Regionalstellenleiterin Manuela Schneider gab an der Jubiläumsfeier einen Überblick über das Einsatzfeld.

Asylverfahren: Seit 1997 finanzieren die reformierte und die katholische Landeskirche die vom Heks betriebene Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende. Im Kanton Solothurn wird diese Aufgabe von der Beratungsstelle Rebaso wahrgenommen, wo 2008 ebenfalls das Heks die Federführung übernommen hat.

Rechtsberatung: Juristischen Beistand bietet das Heks nicht nur Flüchtlingen im Asylverfahren, sondern generell Menschen am Rand der Gesellschaft an, die im Umgang mit Gesetzen und Behörden oft überfordert sind. Hier geht es nur im Einzelfall um die rechtliche Vertretung, im Vordergrund steht das Aufzeigen von Möglichkeiten zur Selbsthilfe.

Begleitetes Wohnen: Ein Angebot zum Beispiel für Haftentlassene, Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder Suchtproblemen: für Menschen, die ein neues Obdach brauchen oder Hilfe im Alltag, um es nicht zu verlieren. Die Teilnehmer werden zu Hause besucht und bei der Bewältigung des Wohnalltags unterstützt.

Übersetzungsdienst: Der interkulturelle Dolmetscherdienst Heks Linguadukt vermittelt seit 10 Jahren im Aargau und seit 3 Jahren in Solothurn Übersetzer für Fachgespräche im Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich in 30 Sprachen.

Sans-Papiers: Eine spezielle Anlaufstelle für die Tausenden ohne geregelten Aufenthaltsstatus. Sie soll dafür sorgen, dass sie trotz Angst vor Entdeckung Zugang zur medizinischen Grundversorgung bekommen, da dieser Zugang zum Gesundheitswesen jeder in der Schweiz lebenden Person zusteht. Heks Spagat, so der Name der Stelle, hilft seit 2008 mit medizinischer Erstversorgung in den Räumen der Kirchgemeinde in Aarau.

Neue Gärten: Ein Integrationsprojekt, das sich speziell an Flüchtlingsfrauen richtet. Die Heks-Regionalstelle pachtet Grundstücke auf Familiengartenarealen und bietet Migrantinnen an, diese gemeinsam zu bewirtschaften. Auf diese Weise sollen sie die Möglichkeit zum Knüpfen sozialer Kontakte bekommen, bei der Gartenarbeit wird – auf Deutsch – über das Leben in der Schweiz gesprochen, die Frauen werden über Integrations-, Rechts- und Gesundheitsangebote informiert. Das Angebot besteht derzeit in Aarau, Buchs, Rheinfelden und Baden und demnächst auch in Solothurn.