Na gut, der Ausspruch ist ziemlich abgelutscht: «Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung.» Wer jedoch einmal mit allzu lockerer Kleidung auf einer Wanderung war, der weiss sehr wohl, dass da viel dran ist.

Auf die Ausrüstung kommt es an. Davon ist nicht nur Stefanie Sager aus Tecknau überzeugt. Mit ihren Söhnen Michael und David marschierte sie auf der siebten Leserwandern-Etappe von Solothurn nach Wangen an der Aare. Unterwegs sagte sie, gelassen und entspannt: «Mit einem guten Regenschutz kommt alles gut.» Für ihre Söhne hatte Sager die Regenhosen in den Rucksack gepackt, und am Vorabend imprägnierte sie extra noch die Wanderschuhe.

Leserwandern 7. Etappe: Von Solothurn nach Wangen an der Aare – zwischen Industriegeschichte und Biberbauten

Leserwandern 7. Etappe: Von Solothurn nach Wangen an der Aare – zwischen Industriegeschichte und Biberbauten

Tatsächlich war das Wetter sogar besser, als es die Prognosen hatten vermuten lassen. Bis zur grossen Rast auf dem Attisholz-Areal blieb es trocken, danach folgten leichter Regen und kühlere Temperaturen. Davon liessen sich die meisten der 55 Mitwanderer erst gar nicht beeindrucken.

Mal wieder ohne Bruthitze

Dunkelgraue Wolken am Himmel und dicke Regentropfen, die auf die Mütze prasseln. Wanderwetter? Aber sicher! Unter diesen Bedingungen hat Wandern nämlich einen eigenen Reiz.

Wir haben uns bei Leserwanderern umgehört, das Fachwissen der Schweizer Wanderwege angezapft und die wichtigsten Anregungen für Wanderungen bei Regen gesammelt:

  • Richtige Kleidung tragen: Die roten Socken und das karierte Hemd sind Geschichte. Viele Wanderer sind heute in multifunktionaler Kleidung unterwegs. Entsprechende Oberteile und Hosen halten warm, schützen vor Regen und Wind und beanspruchen wenig Platz im Rucksack. Multifunktional eben. Eine wasserabweisende und atmungsaktive Jacke sollte zur Pflichtausrüstung gehören. Bei den weniger beanspruchten Regenhosen tut es meist auch ein günstigeres Exemplar mit Beschichtung. Die Schuhe sollten derweil eine rutschfeste Sohle mit Grip haben und natürlich wasserdicht sein. Regelmässiges Imprägnieren lohnt sich.
  • Sinnvolle Route wählen: Den Regen kann man besonders im Wald, an Flüssen oder bei einem Marsch durch Alleen in der Stadt geniessen. Gleichzeitig sollte man die Route so wählen, dass es bei Wetterumbrüchen rasch möglich ist, die Wanderung zu unterbrechen. Frei nach dem Motto: «Was wäre wenn?». Eine Pause in der Beiz oder ein Abstecher ins Museum sind ideal, um neue Motivation zu tanken.
  • Natur intensiv geniessen: Wer bei schlechtem Wetter wandert, trifft unterwegs meist nur wenige Menschen. Genau richtig also, um die Natur noch intensiver zu geniessen. Hat es nicht etwas Sinnliches, wenn dicke Regentropfen durch das Blätterdach prasseln?
  • Blick auf den Wetterradar: Schon im Voraus ist es Pflicht, sich über den Wetterverlauf zu informieren. Gewittern oder Stürmen sollte man stets aus dem Weg gehen, gerade an Gewässern und in den Bergen. Auch Regen kann ab einer gewissen Stärke ziemlich unangenehm werden. Und nicht vergessen: Der nächste Wetterwechsel kommt oft schneller, als einem lieb ist.
  • Weg aus der Hitze: Im Sommer sind Wanderungen an Regentagen ideal, um sich draussen zu bewegen – und zwar ohne Bruthitze unter sengender Sonne.
Axel Wüstmann, CEO der AZ Medien, wanderte auf der siebten Etappe des Leserwandern 2016 mit.

Axel Wüstmann, CEO der AZ Medien, wanderte auf der siebten Etappe des Leserwandern 2016 mit.