Hautkrankheit

Ansteckende Fuchsräude: Leinen sind der beste Schutz für Hunde

Leinenpflicht: Sie schützt den Hund vor Ansteckungen.Fotolia

Leinenpflicht: Sie schützt den Hund vor Ansteckungen.Fotolia

Im Fricktal und Umgebung geht die Fuchsräude um und steckt durch Milbenbefall auch Hunde an. Breitet sich die Krankheit auch im restlichen Kanton aus und sind die gut 40 000 Hunde in Gefahr? Der beste Schutz für den Hund ist die Leinenpflicht.

Immer mehr Füchse leiden unter der Hautkrankheit wegen Milben. Die Jagdgesellschaft Kästhal-Brugg empfahl daher kürzlich allen Hundebesitzern, ihren Hund nur noch an der Leine zu führen.

Die Kantonstierärztin Erika Wunderlin kennt keine Zahlen: «Von allen Räuden ist lediglich die Schafsräude meldepflichtig.» Peter Widmer, abtretender Beauftragter des Jagdhundwesens Nordwestschweiz, beruhigt indes: «Mir sind im Aargau keine anderen Gebiete bekannt, in denen die Fuchsräude derzeit ein so grosses Ausmass angenommen hat und ein Problem wäre.»

Stärkere Verbreitung

Allerdings habe er in 46 Jahren als Jäger noch nie eine so starke Ausbreitung erlebt. «Das ist sicherlich auf die grosse Fuchspopulation und die Kulturfolge zurückzuführen», meint der Hundezüchter, der Fuchs traue sich immer näher zum Menschen.

Was bedeutet dies für die Haushunde? «Nur weil mal ein Fuchs durch den Garten gelaufen ist, besteht nicht gleich eine Ansteckungsgefahr.» Eine Epidemie-Angst will er nicht schüren, ein Besuch beim Tierarzt lohne sich bei Verdacht aber allemal.

Dennoch gelte es, Hundehalter zu sensibilisieren, das Tier und sein Verhalten besser zu beobachten und – ihn an die Leine zu nehmen.

«Im Wald und in Waldnähe gilt die Leinenpflicht», betont er, «damit schützen wir sowohl die Jungtiere als auch die Gesundheit des Hundes.»

Gibt es eine Prophylaxe?

Der Präventivmassnahme pflichtet Isidor Bürgi von der Tierklinik Trivet in Frick bei: «Das ist nicht bloss eine Schikane.» Dadurch wird der direkte Kontakt zu Füchsen verhindert und somit auch das Ansteckungsrisiko minimiert. Der Tierarzt bestätigt zudem Widmers Beobachtung, die Fuchsräude im Verlauf des letzten Jahres in Frick rund achtmal diagnostiziert zu haben.

«Es ist etwas häufiger, aber sollte nicht überbewertet werden», sagt Bürgi. Veterinär-Dermatologin Silvia Rüfenacht von der Tierklinik Aarau West in Oberentfelden stellt monatlich sogar drei Diagnosen. Diese hätten in den letzten fünf Jahren eindeutig zugenommen.

Isidor Bürgi glaubt, dass die Diagnosen bei Hunden wegen prophylaktischer Behandlungen mit Antiparasitika seltener sind.

«Diese Anwendungen gibt es oft als Kombipräparat auch gegen Zecken, Flöhe und Würmer.» Durch die gute Grundabwehr durch verschiedene Präparate könne sich die Milbe nicht stark ausbreiten. Ganz anderer Meinung ist Rüfenacht: «Die normale Prophylaxe reicht gegen die Sarcoptes-Milbe nicht.»

Auch wenn die Fuchsräude bei Haustieren gut heilbar ist, sie bedeutet Leiden für den Hund. Daher pochen Hundezüchter und Tierärzte auf das Benutzen der Leine – aus Liebe zum besten Freund des Menschen.

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