Energiestrategie

«Atom-Ueli» trifft auf Aktivisten-Veteran: Zwei Aargauer AKW-Kontrahenten der ersten Stunde

Veteranen über den AKW-Stopp

Veteranen über den AKW-Stopp

Freude oder grenzenlose Enttäuschung? Nach den letzten Abstimmungen über das Energiegesetz 2050 scheiden sich die Geister.

Zwei Leben, zwei Ansichten über Nuklearenergie. Bruno Meier aus Herznach kämpft seit Jahrzehnten dagegen. Der ehemalige FDP-Nationalrat Ulrich Fischer ist vom Comeback der Kernkraft überzeugt.

Bruno Meier kämpfte bereits in den 1970er-Jahren gegen Atomkraftwerke. Er war einer jener Aktivisten, die mit mit einem Grossaufmarsch in Kaiseraugst den Bau eines weiteren Kraftwerks verhinderten. Als es um den Bau des AKW Gösgen ging, lieferten Meier und seine Mitstreiter sich Scharmützel mit der Polizei. «Ich wurde 'geduscht' mit Tränengas», erinnert sich Meier in einem Beitrag von Tele M1.

Der Kampf zwischen Befürwortern und Gegnern wurde mit äusserst harten Bandagen ausgetragen. Vermutlich waren es Vertreter aus dem Pro-Lager, die damals Meiers Haus anzündeten. «Es war ein Einschnitt im Leben. Aber das Haus steht wieder und das Leben geht weiter», so der mittlerweile 90-jährige und immer noch aktive AKW-Aktivist.

Ähnliche Erfahrungen machte auch der ehemalige Aargauer Nationalrat Ulrich Fischer. Beim Kampf um das AKW Kaiseraugst wurde dem Befürworter das Auto abgefackelt. Trotz dem Ja zur Energiestrategie 2050 an der Urne am vergangenen Sonntag glaubt Fischer weiterhin an die Kernenergie: «Ich bin überzeugt, dass man früher oder später darauf zurückkommt», sagt der als «Atom-Ueli» bekannt gewordene Seenger gegenüber Tele M1. Es sei die einzige Möglichkeit, im grossen Stil CO2-freien Strom zu produzieren.

Beim Treffen vor dem AKW Gösgen widerspricht Aktivist Meier seinem Widersacher. Meier ist froh, dass die Schweiz einen Weg ohne Atomkraft eingeschlagen hat, auch wenn es ein langer Weg werde. (cze)

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