Baden
«Bisch sälber schuld!»: Aargauer SP-Frauen kämpfen gegen sexuelle Gewalt – und beschmieren Baden mit Macho-Sprüchen

Am häufigsten sind es Männer aus dem Bekanntenkreis, die Frauen Gewalt antun. Das wollen die SP-Frauen Aargau nicht hinnehmen und schritten zur Tat: Sie beschrieben und beklebten die Badener Altstadt.

Mona Martin
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Die SP Frauen machten in Baden mit aufgeklebten Plakaten und Kreidebotschaften auf die Thematik der Gewalt an Frauen* aufmerksam.
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Die SP Frauen machten in Baden mit aufgeklebten Plakaten und Kreidebotschaften auf die Thematik der Gewalt an Frauen* aufmerksam.
SP Frauen AG Aktion Baden
Die SP Frauen machten in Baden mit aufgeklebten Plakaten und Kreidebotschaften auf die Thematik der Gewalt an Frauen* aufmerksam.
Die SP Frauen machten in Baden mit aufgeklebten Plakaten und Kreidebotschaften auf die Thematik der Gewalt an Frauen* aufmerksam.
Die SP Frauen machten in Baden mit aufgeklebten Plakaten und Kreidebotschaften auf die Thematik der Gewalt an Frauen* aufmerksam.
Die SP Frauen machten in Baden mit aufgeklebten Plakaten und Kreidebotschaften auf die Thematik der Gewalt an Frauen* aufmerksam.
Die SP Frauen machten in Baden mit aufgeklebten Plakaten und Kreidebotschaften auf die Thematik der Gewalt an Frauen* aufmerksam.
Die SP Frauen machten in Baden mit aufgeklebten Plakaten und Kreidebotschaften auf die Thematik der Gewalt an Frauen* aufmerksam.
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Die SP Frauen machten in Baden mit aufgeklebten Plakaten und Kreidebotschaften auf die Thematik der Gewalt an Frauen* aufmerksam.
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Die SP Frauen machten in Baden mit aufgeklebten Plakaten und Kreidebotschaften auf die Thematik der Gewalt an Frauen* aufmerksam.
Die SP Frauen machten in Baden mit aufgeklebten Plakaten und Kreidebotschaften auf die Thematik der Gewalt an Frauen* aufmerksam.

Die SP Frauen machten in Baden mit aufgeklebten Plakaten und Kreidebotschaften auf die Thematik der Gewalt an Frauen* aufmerksam.

SP Frauen AG

Deftige Sprüche prangen in der Badener Altstadt: «Warum leisch dich so ah?! Bisch sälber schuld!» Ein paar Schritte weiter: «Hättsch halt weniger sölle trinke!» Wer sich fragt, was das alles soll, findet wenige Meter weiter Aufklärung: «Stopp sexuelle Gewalt gegen Frauen», leuchtet es in grossen Lettern vom dunklen Asphalt.

Hinter dieser Aktion stecken die SP-Frauen Aargau. Sie haben Sprüche, wie sie weibliche Opfer sexueller Gewalt oft zu hören bekommen, in weisser Kreide auf den Boden geschrieben.

Ausserdem sind auf A4-Format zehn statistische Fakten über Gewalt an Frauen an den umliegenden Häuserwänden angebracht worden. So wollen die Sozialdemokratinnen auf die Thematik aufmerksam machen und sie enttabuisieren. Denn die Tabuisierung führe dazu, dass Frauen sich niemandem anvertrauen und so viele Gewaltdelikte unentdeckt blieben.

«Gewaltverbrechen dürfen in der Schweiz kein Tabuthema mehr sein, denn schweizweit stirbt alle zwei Wochen eine Frau an den Folgen sexueller oder physischer Gewalt durch einen Mann.» Das erklärt Elena Flach, Präsidentin SP-Frauen. «Die Taten werden als Familiendrama dargestellt, obwohl es sich in Wahrheit um Femizide, sogenannten Frauenmorde handelt.»

Die SP-Frauen wünschen sich, dass offen über das Thema Gewalt an Frauen gesprochen wird. Die Diskussion soll faktenbasiert sein, deshalb auch die Kleinplakate mit Aussagen wie «Pro Monat gibt es 6 versuchte und vollendete Tötungsdelikte im Rahmen häuslicher Gewalt.»

Aufmerksamkeit war ihnen mit ihrer Aktion auf jeden Fall gewiss.

Diese Botschaften sollten auf Gewalt an Frauen aufmerksam machen:

- Die meisten Sexualdelikte werden von Menschen aus dem eigenen sozialen Umfeld verübt

- Rund 430'000 Frauen ab 16 Jahren hatten Geschlechtsverkehr gegen ihren Willen erlebt – das sind ungefähr gleich viele Menschen, wie in der Stadt Zürich wohnen.

- Rund 800'000 Frauen in der Schweiz waren oder sind betroffen von ungewollten sexuellen Handlungen – das ist mehr als die ganze Bevölkerung im Aargau!

- Jede 3. Frau wird am Arbeitsplatz mindestens einmal sexuell belästigt. (28.3% aller Frauen)

- Drei von vier Frauen erleben als Erwachsene mindestens einmal psychische Gewalt und kontrollierendes Verhalten durch eine nahestehende Person.

- Sexuelle Gewalt passiert am häufigsten bei jemandem Zuhause.

- Mindestens jede fünfte Frau in der Schweiz musste bereits ungewollte sexuelle Handlungen erleben. Lediglich acht Prozent erstatten Strafanzeige.

- Frauen mit einer geistigen Behinderung sind drei bis vier Mal häufiger Opfer von sexueller Gewalt.

- 74% der Frauen ab 16 Jahren sind der Meinung, dass Gesellschaft und Politik sexuelle Gewalt stärker bekämpfen sollen.

- Die wichtigsten Gründe, weshalb sich Frauen mit ihrer Erfahrung sexueller Gewalt gegen die Kontaktaufnahme mit der Polizei entschieden sind Scham (64%), das Gefühl, chancenlos zu sein (62%) und die Angst, dass man den Frauen nicht glaubt (58%).