Wahlen
Das Aargauer Parlament im Vergleich – in anderen Kantonen gibt es mehr Geld zu holen

Heute wird der Grosse Rat gewählt. Was die Ratsmitglieder erwartet, zeigt der Vergleich der Kantonsparlamente.

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Der Grosse Rat: Zwischen dem Aargau und seinen Nachbarkantonen bestehen grosse Unterschiede.

Der Grosse Rat: Zwischen dem Aargau und seinen Nachbarkantonen bestehen grosse Unterschiede.

Chris Iseli

Grosser Rat, Kantonsrat, Landrat – wie die Kantone ihre Parlamente nennen, ist genauso verschieden wie deren Grösse: Am meisten Mitglieder sitzen im Zürcher (180), am wenigsten in Zuger Kantonsrat (80).

Noch mehr waren es bis 2005 im Kanton Aargau: 200 Frauen und Männer vertraten ihre Wähler im Parlament. Zu viele fand die FDP und lancierte die Initiative «Abspecken beim Grossen Rat» – mit Erfolg.

Heute werden 140 Grossrätinnen und Grossräte gewählt. Doch stellt man die Sitzzahl in Relation zur Gesamtbevölkerung des jeweiligen Kantons, zeigt sich ein anderes Bild: Während ein Zürcher Parlamentarier über 8100 Einwohner vertritt, liegt der Wert in anderen Kantonen deutlich tiefer. Im kleinen Kanton Zug kommt etwa auf jeden 1500. Bürger ein Kantonsrat.

Auch sonst bestehen grosse Unterschiede zwischen den Kantonen, wie eine Umfrage der «Schweiz am Sonntag» zeigt. Eine Auswahl.

  • Entschädigung: In anderen Kantonen gibt es mehr Geld zu holen als im Aargau. Daran sind die Grossräte zumindest teilweise selber schuld: Jüngst senkten sie ihre eigene pauschale jährliche Entschädigung von 5000 auf 4000 Franken. Das ist gleich viel, wie die Zürcher Kollegen erhalten – aber 2000 weniger als die Luzerner. Dazu kommen die Sitzungsgelder; die 150 Franken pro Halbtag im Aargau entsprechen in etwa dem Durchschnitt.
  • Leibliches Wohl: Mineral, Apfelsaft, Cola light – in Luzern dürfen sich die Kantonsräte über Gratis-Getränke freuen. In Zürich wird kostenlos Kaffee und Orangensaft ausgeschenkt und in Zug gibt es immerhin den Kaffee umsonst. Und im Aargau? «Den Ratsmitgliedern steht Leitungswasser kostenlos zur Verfügung», teilt der Parlamentsdienst auf Anfrage mit. Dafür erhalten die Ratsmitglieder 30 Franken für die Mittagsverpflegung an Grossratstagen.

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