Frick

Der Chorgesang im Aargau lebt – und erst noch in grosser Bandbreite

81 Chöre mit rund 2000 Sängerinnen und Sängern machten beim kantonalen Gesangsfest in Frick mit. Die Zuschauer erlebten ein wahres Freuerwerk des Chorgesangs.

OK-Präsident Rolf Hüsser zieht am Sonntag ein sehr positives Fazit: «Wir würden nichts anders machen – es war einfach genial! Die zweijährige Vorbereitungs- und Planungszeit auf dieses Fest hat sich auf jeden Fall gelohnt.» Auch die Einbindung des Gesangsfestes in das Dorffest sei durchwegs gut angekommen – dies wurde vor allem dank des Engagements der Gemeinde und den zahlreichen Vereinen ermöglicht.

Im Zentrum des Festes stand natürlich der Gesang in allen möglichen Facetten. Die Bandbreite der Chöre ist riesig. Den Unterschied macht häufig die Erfahrung bei Auftritten aus. Auch für Chefexpertin Vreni Winzeler ist dies ein sehr wichtiger Aspekt.

«Unerfahrene Chöre können häufig in der Situation des Wettbewerbs nicht ihr volles Potenzial abrufen. Manchmal höre ich Chöre beim Einsingen wunderbar locker, und beim Auftritt selbst kommt nichts mehr». Da sei es besonders wichtig, beim Expertengespräch sensibel auf die Chormitglieder zuzugehen und ihnen für die Zukunft Mut zu machen. Die Experten haben es auch sonst nicht immer leicht.

Publikum und Experten uneins

Der Geschmack des Publikums und die Bewertung des Expertenteams klaffen schon einmal weit auseinander. Schliesslich seien die Zuhörerinnen und Zuhörer häufig bereits zufriedengestellt, wenn bei einem Chor die Freude am Singen ankommt und das Stück den richtigen «Drive» hat. Das Abarbeiten des Bewertungskatalogs kann vor allem in solchen Fällen manchmal richtig brutal sein. Wichtig sei deshalb auch die Werkauswahl, die dem Niveau eines Chores angepasst sein sollte.

Trotzdem ist der Grundtenor bei den aufgetretenen Chören Zufriedenheit und Erleichterung. Das Bier oder Glas Wein und die Geselligkeit nach dem Auftritt haben sich die insgesamt etwa 2000 Sängerinnen und Sänger der 81 beteiligten Chöre definitiv verdient.

Auch zufrieden waren die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer in der katholischen Kirche und in der Mehrzweckhalle. Schliesslich erlebten sie ein richtiges Feuerwerk des Chorgesangs. Höhepunkte am Sonntagmorgen waren zum einen der Auftritt des regionalen Chors «Freaktal Singers», der vom ersten Ton voll präsent war und mit seinen fetzigen Interpretationen mitriss.

Stark war auch die beeindruckende Darbietung des Männerchors Kappel, bei der vor allem die enorme dynamische Bandbreite und der gewaltige Stimmenumfang zu begeisterten Beifallsstürmen hinriss. «Die Beteiligung so eines Chors an unserem Gesangsfest macht uns auch etwas stolz», so Rolf Hüsser. Selbstverständlich erhielten sowohl die «Freaktal Singers» wie auch der Männerchor Kappel von den Experten das Prädikat «vorzüglich».

Heimchor sang nicht mit

«Frick hat wieder einmal gezeigt, dass es in der Lage ist, einen solchen Grossanlass gut zu organisieren und durchzuführen – gerne wieder einmal», so das Schlussfazit des OK-Präsidenten. Nächstes Jahr geht es dann beim organisierenden Männerchor Frick selbst um die sprichwörtliche Wurst.

«Bei unserem eigenen Fest waren wir dieses Wochenende zu stark in der Organisation eingebunden, als dass wir selbst ernsthaft einen Beitrag hätten einstudieren können», erklärte Hüsser. «Aber beim Eidgenössischen Gesangfest 2015 in Meiringen sind wir aber auf jeden Fall dabei», kündigte er an.

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