Notrufzentrale

Drohende Blockade der Notruf-Nummern – Aargauer Polizei: «Leute wollen Ambulanz wegen Angehörigen mit Grippe-Symptomen»

Viele rufen die Notrufnummer mit Fragen zum Coron-Virus an. Dafür ist sie nicht gedacht!

Viele rufen die Notrufnummer mit Fragen zum Coron-Virus an. Dafür ist sie nicht gedacht!

Auf Facebook macht die Kantonspolizei klar, was eigentlich schon allen klar sein sollte: Die Notrufnummern sind nur für Notfälle da.

"Die Kantonalen Notrufzentrale erhält derzeit viele Anrufe mit Auskunftsbegehren betreffend den behördlichen Anordnungen des Bundes", heisst es im Facebook-Post der Kantonspolizei Aargau. Von Fragen rund um den Corona-Virus sei besonders die Notrufnummer der Sanität 144 betroffen, wie Mediensprecher Bernhard Graser auf Anfrage erklärt. "Wir wollten die Leute darauf aufmerksam machen, dass es sich beim Notruf nicht um ein Auskunftstelefon handelt."  

Weiter betont die Kapo in ihrem Post, was eigentlich allen klar sein müsste: "Wählen Sie die Notrufnummer nur, wenn Sie umgehend Hilfe benötigen und einen Notfall melden möchten!" Denn wer auf die 144 anruft, kann die Leitung möglicherweise für Leute blockieren, die ein ernsthaftes Problem haben. 

Wer sich zur Situation rund um das Corona-Virus informieren möchte, kann dies auf der Website des Kantons machen. Zudem steht die medizinische Notfallberatung mit direktem Anschluss an Notfallarzt und Notfallstationen 0900 401 501 der Bevölkerung zurzeit gratis zur Verfügung.

Graser macht auf einen weiteren Fall aufmerksam, der in letzter Zeit vermehrt auftaucht: "Leute, die Angehörige mit Grippe-Symptomen haben, rufen auf der Notrufzentrale an, weil sie wollen, dass eine Ambulanz kommt." Dies, weil sie Angst haben, die betreffende Person habe sich mit Corona angesteckt und müsse sofort ins Spital. "Wer Grippe-Symptome hat, soll damit zum Hausarzt", macht Graser klar, denn auch Ambulanzen stehen nur beschränkt zur Verfügung und müssen für Notfälle einsatzbereit sein.

Auch beim Polizeinotruf: Bitte mit Augenmass

Der Polizeinotruf sei momentan nicht überlastet, sagt Graser. Allerdings meldeten sich seit Dienstag immer wieder Personen, die Personenansammlungen beanstanden würden. "Wir informieren dann die Kollegen von der Regionalpolizei, diese beurteilen dann die Situation. In den meisten Fällen reicht eine Information oder Verwarnung." 

Auch hier bittet Graser die Bevölkerung, mit Augenmass zu handeln: "Natürlich sind wir froh, wenn gröbere Verstösse gemeldet werden, aber man muss nicht auf den Polizeinotruf anrufen, nur weil zwei Personen, die auf einem Bänkli sitzen nicht genügend Abstand haben."

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