Pandemie

Fiebermessen bei Digitec, Masken für Bankkunden bei der AKB: So gehen Aargauer Firmen mit Corona um

Besonders in Grossraumbüros, Logistikbetrieben und Verteilzentren habe es relativ viele neue Fälle gegeben, sagte Kantonsärztin Yvonne Hummel.

Besonders in Grossraumbüros, Logistikbetrieben und Verteilzentren habe es relativ viele neue Fälle gegeben, sagte Kantonsärztin Yvonne Hummel.

Wie reagieren grössere Unternehmen im Aargau auf die steigenden Coronazahlen mit Ansteckungen in Grossraumbüros und Logistikbetrieben? Im Verteilzentrum der Digitec Galaxus wird bei den Mitarbeitern Fieber gemessen, bei der Aargauischen Kantonalbank müssen auch die Kunden beim Beratungsgespräch eine Maske tragen.

87 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gab es am Montag im Aargau. Die meisten Ansteckungen wurden in den letzten zwei Wochen in der Familie, am Arbeitsplatz, oder bei privaten Veranstaltungen registriert. Besonders in Grossraumbüros, Logistikbetrieben und Verteilzentren habe es relativ viele neue Fälle gegeben, sagte Kantonsärztin Yvonne Hummel am Montag vor den Medien. Wie reagieren grössere Unternehmen im Aargau auf diese Entwicklung?

Migros Verteilzentrum: «Nicht mehr Krankheitsfälle als sonst»

Ein grosses Verteilzentrum der Migros steht in Suhr. Marcel Schlatter, Sprecher des Migros-Genossenschaftsbundes, sagt auf Anfrage: «Wir verzeichnen bisher nicht mehr Krankheitsfälle als in einer gewöhnlichen Grippesaison.» Für die Mitarbeiter im Verteilzentrum gilt seit Dienstag eine Maskenpflicht.

Schlatter betont: «Die Migros-Gruppe verfügt über hervorragende und bewährte Schutzkonzepte.» (Archivbild)

Schlatter betont: «Die Migros-Gruppe verfügt über hervorragende und bewährte Schutzkonzepte.» (Archivbild)

Zudem betont Schlatter: «Die Migros-Gruppe verfügt über hervorragende und bewährte Schutzkonzepte.» Gleich neben dem Verteilzentrum steht das Wynecenter Buchs, ein grosser Einkaufskomplex der Migros. Man tue alles, um Ansteckungen mit dem Coronavirus bestmöglich zu verhindern, teilt die Medienstelle mit. In den Räumlichkeiten der Migros Aare gelte seit Montag während der gesamten Arbeitszeit eine Maskenpflicht. Mitarbeiter und Kunden sollen geschützt werden, «damit unser Versorgungsauftrag in einer zunehmend anspruchsvollen Situation sichergestellt werden kann», wie die Migros Aare schreibt.

Im Verteilzentrum des Elektronikhändlers Digitec Galaxus in Wohlen gilt seit dem 17. September eine punktuelle Maskenpflicht. Masken sind an folgenden Orten obligatorisch: auf den Gängen und Fusswegen, im Treppenhaus, in Garderoben und auf Toiletten, in Pausenräumen und auf Pausenplätzen, ausser beim Essen und Trinken. Seit dem 21. September wird bei den Mitarbeitenden die Temperatur gemessen.

«Alle, die mehr als 38 Grad aufweisen, dürfen das Gebäude nicht betreten», sagt Sprecher Rico Schüpbach. Zudem seien in Wohlen sogenannte Gesundheitsambassadoren unterwegs, die darauf achten, dass Abstandsregeln und Hygienemassnahmen eingehalten würden. Digitec Galaxus verzeichnete einige Coronafälle, die aber mild verlaufen seien, wie Schüpbach sagt.

Bei Coop gilt ab Mittwoch fast überall Maskenpflicht

Coop betreibt in Schafisheim seit vier Jahren ein grosses Logistikcenter. Dort gilt ab Mittwoch eine Maskentragpflicht, wie Mediensprecherin Melanie Grüter mitteilt. Auch in der Verwaltung sowie in den Produktionsbetrieben herrscht bei Coop neu Maskenpflicht. Ob es Covid-Fälle im Verteilzentrum Schafisheim gab, lässt Grüter offen: «Zum Gesundheitszustand unserer Mitarbeitenden äussern wir uns aus Persönlichkeitsschutzgründen nicht öffentlich.»

Dérobert: «Wo die Abstände nicht eingehalten werden können, tragen die Mitarbeitende eine Maske.» (Archivbild)

Dérobert: «Wo die Abstände nicht eingehalten werden können, tragen die Mitarbeitende eine Maske.» (Archivbild)

Im Post-Logistikcenter Villmergen ist laut Sprecherin Nathalie Dérobert «bisher kein Coronafall bekannt, der Auswirkungen auf den Betrieb gehabt hätte». In den Verteil- und Logistikzentren der Post gelten laut Dérobert die bestehenden Schutzkonzepte, die mit der Suva und den kantonalen Arbeitsinspektoren erarbeitet worden seien. Dazu zählen die Abstands- und Hygieneregeln, zudem seien Sicherheitsvorkehrungen und –installationen getroffen worden. «Wo die Abstände nicht eingehalten werden können, tragen die Mitarbeitende eine Maske», sagt sie.

Gespräch zwischen Bankberater und Kunde nur noch mit Maske

Bei der Aargauischen Kantonalbank (AKB) gab es seit März einige wenige Mitarbeitende, die positiv auf das Virus getestet wurden. Gespräche mit Kundinnen und Kunden werden seit Montag nur noch mit Maske geführt, wie Sprecherin Christine Honegger sagt. «Für beide Seiten gilt eine Maskenpflicht, die steigende Inzidenzrate und auch die vermehrten Krankheitsfälle im Aargau lassen uns keine anderen Möglichkeiten offen», erklärt Honegger. Intern tragen AKB-Angestellte bei Besprechungen, im Lift und in Situationen, wenn der vorgegebene Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, eine Maske.

«Hatten einige Verdachtsfälle und ganz wenige Betroffene»

In den Filialen der Neuen Aargauer Bank (NAB), die bald zur Credit Suisse Aargau wird, gilt seit Montag ebenfalls eine Maskenpflicht. Nur am eigenen Arbeitsplatz muss die Maske gemäss Sprecher Roland Teuscher nicht getragen werden, falls zwei Meter Abstand gewährleistet sind. Die Bank stelle den Mitarbeitenden Schutzmasken zur Verfügung, biete Desinfektionsgel und -tücher an und lasse oft frequentierte Bereiche und Büroarbeitsflächen regelmässig reinigen und desinfizieren. Derzeit ist bei der NAB laut Teuscher kein Coronafall bekannt. «Wir hatten seit dem Ausbruch der Pandemie einige Verdachtsfälle und ganz wenige Betroffene, die inzwischen aber alle genesen sind», sagt der Banksprecher.

Igor Moser, Sprecher der UBS für die Kantone Aargau und Solothurn, macht keine Angaben zu Coronafällen bei der Grossbank. Seit Montag gilt aber auch bei der UBS eine Maskenpflicht in allen Innenräumen. Betroffen sind auch Mitarbeiter in den Büros und andernorts im Bankgebäude. Ausnahmen gibt es am eigenen Arbeitsplatz und in Situationen, wo der Mindest- abstand eingehalten werden kann.

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