Ständeratskandidatur

Französisch-Kurs, prominente Fürsprecher, Wahlvideo: Thierry Burkart überlässt nichts dem Zufall

Thierry Burkart wird FDP-Ständeratskandidat

Thierry Burkart wird FDP-Ständeratskandidat

Als letzte Partei schickt die FDP Thierry Burkart offiziell ins Rennen. Der Badener setzt sich klar gegen Matthias Jauslin durch.

Ein erstes Wahlvideo kurz nach der Nomination, eine lange Liste mit Unterstützern und ein Französischkurs im Sommer: Der FDP-Ständeratskandidat ist bereit für den Wahlkampf.

«Ich bin bereit für einen anspruchsvollen Wahlkampf und werde mich voll engagieren, damit die FDP ihren Sitz im Ständerat verteidigen kann.» Das sagte Thierry Burkart zu den Delegierten seiner Partei – aber nicht, nachdem er mit 154 zu 38 Stimmen nominiert worden war, sondern als er sich vorstellte. Bei anderen Politikern wäre dies vielleicht überheblich erschienen, bei Burkart wirkte es natürlich und logisch.

Der 43-jährige Badener wusste schon vor der Ausmarchung gegen Matthias Jauslin, dass ihm die Nomination kaum zu nehmen ist. Nach aussen gab er sich bescheiden und zurückhaltend, stellte den Respekt vor der Entscheidung der Delegierten und die Unwägbarkeiten einer geheimen Wahl heraus. Doch im Hintergrund traf Burkart schon die Vorbereitungen, um möglichst rasch nach der Nomination seinen Wahlkampf starten zu können.

Bilder von der Aargauer FDP-Delegierteversammlung in Dottikon:

Dies begann nicht erst in den letzten Wochen, sondern schon im Sommer. Da besuchte Burkart einen Französisch-Kurs, wie er auf die Frage eines Zofinger Delegierten sagte. In fliessendem, fast akzentfreiem Französisch erklärte der Anwalt, er sei der Überzeugung, man müsse die Sprache der welschen Kollegen verstehen und sprechen, um im Ständerat Lösungen zu finden. Jauslin räumte ein, er habe in der Schule die Französisch-Stunden geschwänzt und spreche deshalb Hochdeutsch im Bundeshaus.

Geschickt stellte sich Burkart in die Reihe grosser FDP-Ständeräte, er zählte Hans Letsch, Bruno Hunziker, Thomas Pfisterer, Christine Egerszegi und Philipp Müller auf, die in den letzten 30 Jahren den Freisinn im Stöckli vertraten. Mit Regierungsrat Stephan Attiger und Nationalrätin Corina Eichenberger hatte er am Parteitag prominente Fürsprecher. Als es um seine Werte ging, berief sich Burkart auf den Wahlspruch von Bundesratskandidatin Karin Keller-Suter: «Freiheit vor Gleichheit, Privat vor Staat, Verdienen vor Verteilen.»

Ein Blick auf seine Website, die am Donnerstagabend aktualisiert wurde, zeigt eine lange Liste von Personen, die Burkart im Wahlkampf unterstützen. Per Twitter verkündete er seine Nomination und wies auf ein erstes Wahlvideo hin (siehe unten). Auch darin kommt KellerSuter vor – gut möglich, dass Burkart ihr am Mittwoch zur Wahl in den Bundesrat, und sie ihm am 20. Oktober 2019 zur Wahl in den Ständerat.

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