Vorstösse

Freisinnige setzen sich für Ü50-Arbeitslose ein

Freisinnige setzen sich für die Wiedereingliederung von Ü50-Arbeitslosen im Schweizer Arbeitsmarkt ein. (Symbolbild)

Freisinnige setzen sich für die Wiedereingliederung von Ü50-Arbeitslosen im Schweizer Arbeitsmarkt ein. (Symbolbild)

Adrian Schoop will Swisslos-Geld zur Wiedereingliederung von Arbeitslosen über 50 einsetzen, Silvan Hilfiker kritisiert, dass der Kanton ältere Stellensuchende auf Jobs in Deutschland hinweist.

«Vor Kurzem stellten wir einen Mitarbeiter um die sechzig ein – er reagierte mit riesiger Freude und Dankbarkeit.» Das schrieb FDP-Grossrat und Unternehmer Adrian Schoop kürzlich auf Facebook. Er ergänzte: «Es kann doch nicht sein, dass wir auf die Kompetenz und Erfahrung unserer Arbeitsuchenden Ü50 verzichten, sie nach Deutschland schicken und uns gleichzeitig über Fachkräftemangel beklagen.»

Mit dem Job bei der Schoop-Gruppe ist einer von 2897 Arbeitslosen über 50, die Ende 2018 im Aargau registriert waren, wieder in die Berufswelt eingegliedert worden. Adrian Schoop geht das Problem nun auch auf politischer Ebene an – mit einem ungewöhnlichen Vorschlag. In einem Postulat, das er im Grossen Rat eingereicht hat, fordert er den Einsatz von Swisslos-Geldern für Massnahmen für die Wiedereingliederung von älteren Arbeitslosen.

Förderung ohne Steuergelder

Die Gelder des Swisslos-Fonds dienen der Unterstützung gemeinnütziger und wohltätiger Zwecke. Sie werden vom Regierungsrat primär für Kultur, Denkmalpflege und Archäologie, Jugend und Erziehung, Bildung und Forschung, Umwelt und Entwicklungshilfe, Sozialwesen, Gesundheit und übrige gemeinnützige Vorhaben vergeben. «Somit eignet sich der Swisslos-Fonds bestens zur Finanzierung von Institutionen und Projekten, die sich für die berufliche Wiedereingliederung von über 50-jährigen Arbeitslosen einsetzen», argumentiert Schoop in seinem Vorstoss. Da der Swisslos-Fonds nicht mit Steuergeldern geäufnet werde, würden weder die Staatskasse noch die Steuerzahlenden zusätzlich belastet. Arbeitsmarktmassnahmen für über 50-Jährige würden andererseits dazu beitragen, weitere Sozialfälle zu verhindern. Nicht zuletzt würde die Wiedereingliederung dem zunehmenden Fachkräftemangel entgegenwirken, führt Schoop aus.

Wie hält es der Kanton mit Ü50?

Auch ein zweiter Freisinniger befasst sich mit den älteren Arbeitslosen im Aargau. Silvan Hilfiker reicht am 4. Juni im Grossrat einen Vorstoss mit mehreren Fragen zu diesem Thema ein. Hilfiker weist darauf hin, dass die Arbeitslosigkeit bei Ü50ern schweizweit um 13,8 Prozent abgenommen habe, im Aargau aber nur um 7,1 Prozent gesunken sei. Der FDP-Grossrat sieht trotz rückläufiger Quote eindeutig Handlungsbedarf, die Situation für ältere Arbeitsuchende zu verbessern. «Die jüngsten Absichten des kantonalen Amtes für Wirtschaft bringen allerdings die Hilflosigkeit in diesem Thema zum Ausdruck», kritisiert er in seinem Vorstoss. Hilfiker meint die Einladung zu einem Anlass, bei dem Arbeitslosen freie Stellen im grenznahen Deutschland schmackhaft gemacht wurden.

Der FDP-Politiker will nun wissen, was der Regierungsrat von dieser Praxis hält. Er hält fest, dass tiefere Einkommen in Deutschland werde bei über 50-Jährigen während 24 Monaten mittels Kompensationszahlungen ausgeglichen. «Was passiert danach, wenn die Kompensationszahlungen eingestellt werden?», fragt Hilfiker. Schliesslich verlangt er von der Regierung griffige Massnahmen, damit über 50 Jahre alte Arbeitslose in der Schweiz eine Stelle finden. Er will wissen, was der Kanton unternehme, um Personen in diesem Alter in der Verwaltung anzustellen. Und er fragt, wie viele Ü50er in den letzten fünf Jahren in den einzelnen Departementen angestellt wurden.

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