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GE steigt aus Kohle aus: Verunsicherung in der Schweiz – wieder Jobs in Gefahr?

Standort Birr von General Electric GE

Standort Birr von General Electric GE.

Standort Birr von General Electric GE

Fünf Jahre zuvor habe GE seine Wette auf Kohle verdoppelt, jetzt steigt das Unternehmen aus. Das löst Unbehagen aus. Der Ausstieg könnte folgen haben. Mitarbeiter sind frustriert.

General Electric (GE) hat den Ausstieg aus der Kohle bekanntgegeben. Genauer gesagt will die GE-Einheit Steam Power sich nicht länger an der Herstellung neuer Kohlekraftwerke beteiligen. Damit hat GE die Konsequenzen daraus gezogen, dass der Markt für Kohlekraftwerke eingebrochen ist. Im Vergleich zu 2015 lagen die Neubestellungen zuletzt um 85 Prozent tiefer.

«Der Entscheid markiert eine dramatische Kehrtwende», kommentieren US-Medien. Fünf Jahre zuvor habe GE seine Wette auf Kohle verdoppelt, indem es vom französischen Konzern Alstom dessen Energiesparte kaufte. So hiess es zum Beispiel bei CNN: «Dieser Deal über 10 Milliarden war ein Desaster, weil Kohle zermalmt wurde durch den Aufstieg von Erdgas und den erneuerbaren Energien.»

Folgen schwer abzuschätzen

Der Ausstieg könnte Folgen haben: Teile von Steam Power könnten verkauft, Standorte geschlossen, Stellen abgebaut werden. An den Schweizer GE-Standorten geht die Angst um, wieder einmal. Die Folgen für den eigenen Job lassen sich aus der knappen Mitteilung von GE nicht ableiten. Dafür sind die Schweizer Standorte zu stark mit ihren ausländischen Pendants verflochten. Schon zuvor waren die Mitarbeiter verunsichert: Sie haben bereits drei grosse Stellenabbau-Runden hinter sich, erst kürzlich wurde die vierte bekannt. Anfang 2016 gab es noch 5300 Stellen, bald sind es noch 2000. (Hier eine Übersicht) Unter Mitarbeitern heisst es, wie sie informiert würden, sei ein schlechter Witz.

Doch die jüngste Enttäuschung aus den USA dürfte die Schweiz zumindest weniger stark treffen als das Ausland. Wie die AZ aus gut unterrichten Kreisen erfahren hat, sind industrielle Stellen nicht gefährdet. Der Ausstieg aus der Kohle betrifft nur Steam Power, die in der Schweiz kein Equipment für Kohlekraftwerke herstellt. Die Produktion in Birr zählt zur Einheit Gas Power. Diese ist vor allem beteiligt an der Herstellung von Turbinen, die man für gasbetriebene Kraftwerke verwendet.

Und doch ist die Unsicherheit gross über die neue Hiobsbotschaft, wie es aus Gewerkschaftskreisen heisst. Mit dem Kohleausstieg werde die industrielle Basis von GE nochmals kleiner. Dadurch könnte die Firma in der Administration, in der Planung oder im Verkauf wieder Jobs wegsparen wollen.

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