Nationalbank

Hypo-Chefin Marianne Wildi: «Negativzinsen für Kleinsparer müssen wir unbedingt verhindern!»

Marianne Wildi wehrt sich gegen eine weitere Zinssenkung, die seitens der Schweizerischen Nationalbank droht.

Marianne Wildi wehrt sich gegen eine weitere Zinssenkung, die seitens der Schweizerischen Nationalbank droht.

Am Donnerstag könnte die Schweizerische Nationalbank den Leitzins noch weiter senken. Das hätte massive Auswirkungen auf Regionalbanken und Kleinsparer. Marianne Wildi, Chefin der Hypothekarbank Lenzburg, wehrt sich vehement dagegen.

Vor einer Woche gab die Europäische Nationalbank bekannt, wie sie ihre Leitzinsen zukünftig festlegt. Nun nimmt Nationalbank-Präsident Thomas Jordan am Donnerstag einen wegweisenden geldpolitischen Entscheid vor: Entweder er belässt den Leitzins bei rekordtiefen minus 0,75 Prozent oder er verschärft ihn auf minus 1 Prozent. Marianne Wildi, Chefin der Hypothekarbank Lenzburg, nimmt gegenüber dem «Blick» Stellung zur möglichen Zinssenkung.

Dabei kritisiert sie die Verschärfung stark: «Eine weitere Senkung trifft die Regionalbanken und Kleinsparer mit voller Wucht.» Denn diese seien im Inlandgeschäft tätig. Das heisst, sie leben davon, Kredite an Hausbauer oder Unternehmer leicht höher zu verzinsen als die Spargelder. Werde der Negativzins weiter gesenkt, laufe dieses Geschäft noch harziger.

Zudem würden Kleinsparer mit einigen zehntausend Franken auf dem Konto ihr Vertrauen ins Finanzsystem verlieren, wenn sie plötzlich Negativzinsen bezahlenn müssten. Denn statt mit dem eigenen Geld auf dem Konto sparen zu können, kämen weitere Kosten hinzu. Bei der Hypothekarbank Lenzburg sind laut Wildi momentan nur einige wenige institutionelle Anleger von Negativzinsen betroffen. Diese wüssten aber damit umzugehen.

Erhöht die Nationalbank die Negativzinsen? Direktor Thomas Jordan gibt den Entscheid morgen bekannt.

Erhöht die Nationalbank die Negativzinsen? Direktor Thomas Jordan gibt den Entscheid morgen bekannt.

Wildi will mit Appell Druck machen

Die Regionalbankerin sieht folglich keinen Grund für höhere Negativzinsen. "Die Schwäche des Euro lässt sich nicht beheben, indem man an den Frankenzinsen schraubt", ist Wildi überzeugt.

Durch ihren Appell will Wildi Druck auf die Schweizerische Nationalbank machen. Damit ist sie nicht allein: Auch andere Wirtschaftsverbände und Interessengruppen wehren sich gegen eine weitere Zinssenkung. Wildi bezeichnet das Einführen von Negativzinsen für Kleinsparer gar als Tabu: "Das müssen wir unbedingt verhindern!"

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