Klimawandel
Klimawandel, Schädlinge sowie Probleme auf dem Holzmarkt: Vor diesen Problemen stehen die Aargauer Förster

Fabian Hägler
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Foto: Colin Frei / Aargauer Zeit

«Frühlingsbilder in allen Grüntönen suggerieren, dass es dem Wald gut geht», stellte Oliver Frey, Präsident des Aargauischen Försterverbandes, an der Generalversammlung fest. «Wer aber mit offenen Augen durch den Wald geht, dem präsentiert sich ein anderes Bild. An Fichten, die vom Borkenkäfer befallen sind, haben wir uns zwar schon gewöhnt. Aber dass der Befall dieses Jahr so früh einsetzt, lässt ein ungutes Gefühl aufkommen. Zudem zeigen absterbende Weisstannen, Buchen und Eschen, dass Schäden auf uns zukommen, wie sie noch nie aufgetreten sind. Dazu kommt, dass sich das Holz, wegen der enormen Schadholzmengen in Mitteleuropa, kaum mehr verkaufen lässt.»

Ob man den Klimawandel wahrhaben wolle oder nicht – der Wald habe grosse Probleme, betonte Frey. «Es geht nicht darum, auf die Tränendrüsen zu drücken, sondern der Meinung entgegenzutreten, dass es dem Wald gut geht.» Es sei frustrierend, dass die Probleme des Waldes in der Bevölkerung nicht wahrgenommen würden, stellte er fest und erinnerte dabei an die Initiative «Ja! Für Euse Wald», die letztes Jahr in der Volksabstimmung abgewiesen worden war.

«Inhaltlich bestehen keine Differenzen», entgegnete Regierungsrat Stephan Attiger zum Wink auf die Initiative. «Differenzen bestehen in der Frage, wer die Abgeltung der Leistungen des Waldes zu tragen hat. Diese Diskussion ist noch nicht zu Ende.» Nach den Stürmen und der Trockenheit sei die Ausgangslage für den Wald schwierig, stellte auch Attiger fest. «Wir gehen davon aus, dass sich die Situation weiter verschärfen wird – auch beim Holzmarkt.» Der Kanton könne partiell helfen, so durch den Beitrag an die Verwertung von Käferholz oder durch die Erhöhung der Revierbeiträge.

8,8 Millionen für den Wald

Als wichtiges Ziel bezeichnete er die Naturschutzprogramme. Es sei klar, dass nach Auslaufen des Kredits Ende dieses Jahres eine fünfte Etappe für 2020 bis 2025 folgen müsse. So sollen die Ziele für Naturwaldreser-vate, Altholzinseln und Spezialreservate weiter umgesetzt werden, wie es in einer Mitteilung des Kantons heisst. Im Hinblick auf die sogenannte ökologische Infrastruktur, also eine optimale Vernetzung der Lebensräume, sollen Waldränder auf einer Länge von insgesamt aufgewerteten 400 Kilometern aufgewertet werden. Ab 2026 soll der Fokus beim Unterhalt des wertvollen Netzes von Naturvorranggebieten im Wald liegen. Für die 5. Etappe beantragt der Regierungsrat einen Verpflichtungskredit von 8,79 Millionen Franken. Die Anhörung hat gestern Montag begonnen und dauert bis am 13. August.

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