1. Der Grillsplatz muss weg:

Im Garten verboten: Für das Grillieren muss sich eine Frau einen neuen Platz suchen.

Im Garten verboten: Für das Grillieren muss sich eine Frau einen neuen Platz suchen.

Bezirksgericht Brugg: Seit 30 Jahren nutzt Angela einen Sitzplatz mit Grill, der auf einem Nachbargrundstück steht. Nach einer Klage des Nachbarehepaars zieht Angela den Fall bis vors Bundesgericht. Sie verliert, trägt die Kosten von mindestens 10'000 Franken und muss den Sitzplatz mit Grill entfernen. Zum Fall.

2. Ein Urteil fernab der Gesetze:

Wegen der Höhe der Hecke kamen sich Nachbarn in die Haare.  (Symbolbild)

Wegen der Höhe der Hecke kamen sich Nachbarn in die Haare. (Symbolbild)

Bezirksgericht Bremgarten: Es geht um eine Hecke. Den einen ist sie zu hoch: "Die schöne Wiese dahinter verwurmt im Schatten." Die Nachbarn aber schätzen die Artenvielfalt in der Hecke: "In der Hecke nisten sogar Vögel." Das Zivilgericht ordnet einen Augenschein an und entscheidet: Die Hecke ist zu hoch. Gerichtspräsident Peter Thurnherr legt aber das Gesetzbuch beiseite und propagiert einen Kompromiss: Die Hecke soll teilweise gekürzt werden, sodass sowohl Sichtschutz und Artenvielfalt erhalten bleibt, der Rasen dahinter aber mehr Licht bekommt. Beide Parteien willigen dem Vorschlag ein. Zum Fall.

3. Hier darfst du nicht sitzen:

Blick auf den Fluss – dafür nimmt ein sturer Nachbar sogar einen Gerichtsprozess in Kauf. (Symbolbild)

Blick auf den Fluss – dafür nimmt ein sturer Nachbar sogar einen Gerichtsprozess in Kauf. (Symbolbild)

Bezirksgericht Bremgarten: Streit um einen Sitzplatz: Sieben Nachbarn klagten gegen einen achten, weil der auf dem Gemeinschaftsrasen – ohne zu fragen – eine Holz-Konstruktion mit Sitzplatz erbaut hatte, von der er auf die Reuss schauen konnte. Das Gericht lehnt die Klage ab. Der Grund: Über die Nutzung gemeindschaftlichen Eigentums kann es nicht befinden. Zum Fall.

4. Der Baum wird gefällt:

Diese Buche auf einem Grundstück in Auenstein soll gefällt werden, weil der Nachbar daran keine Freude hat.

Diese Buche auf einem Grundstück in Auenstein soll gefällt werden, weil der Nachbar daran keine Freude hat.

Auenstein: Weil sie die Aussicht verdecke, müsse die Buche auf dem Nebengrundstück weg, fordert ein Nachbar. Er argumentiert mit Fotos und dem Versprechen des Maklers, die Buche zu fällen. Die Angeklagten stellen die Datierung der "Beweisfotos" infrage und sagen: "Wir kämpfen um den Baum." Das Gericht entscheidet, dass die Buche weg muss, weil sie näher als 6 Meter am Nachbargrundstück ist. Der vom Gesetz geforderte Mindestabstand sei nicht eingehalten. Zum Fall.

5. Stichelleien aten aus:

Maschendrahtzaun Zaun Nachbarschaftsstreit Garten Hecke (Symbolbild)

Maschendrahtzaun Zaun Nachbarschaftsstreit Garten Hecke (Symbolbild)

Bremgarten: Diese Nachbarn bekämpfen sich richtig. Was mit Sticheleien und Beschimpfungen beginnt, resultiert in einem Hausverbot, das die Privatklägerschaft ausspricht. Dem wiedersetzt sich der Angeklagte. Er tritt Pfosten des Gartenzauns um und verteilt Flugblätter, die auf die angebliche Videoüberwachung seiner Nachbarn auf öffentlichem Grund hinweisen. Das Gericht verurteilt den Mann zu einer saftigen Geldstrafe von 6500 Franken. Zum Fall.

6- Top of Schweiz:

Ok diese Aargauer Fälle landeten vor Gericht, doch es geht noch deutlich schlimmer. Im Thurgau endete ein Nachbarschaftsstreit sogar tödlich. Ein Bewohner (63) eines Hochhauses in Amriswil (TG) ärgerte sich über seinen angeblich "zu lauten" Nachbar in der Wohnung über ihm. Weil nur er den Lärm als solchen wahrnahm, ordnete die Schlichtungsstelle seinen eigenen Auszug an. Am Morgen des geplanten Umzugs ermordete der Mann seinen Obermieter kaltblütig auf offener Strasse mit mehreren Schüssen aus seinem Revolver. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe  von 12,5 Jahren und zu einer Genugtuungszahlung an die Witwe des Ermordeten in der Höhe von 100'000 Franken.

7. Top of Ausland:

Einen ähnlichen Fall gibt es auch in Deutschland: In Baden Württemberg rastete ein Mann nach einem Nachbarschaftskrieg, in dem es um Müllentsorgung, Umbauten und Durchfahrtsrecht ging ebenfalls aus. Der 39-Jährige erschoss seinen Nachbar mit acht Schüssen aus seiner Pistole. "Ich bin einfach durchgedreht", sagte der Täter.

In Hamm (NRW) waren falsch parkierte Autos der Grund für zwei Tote. Ein Mann erschoss erst seine 65-jährige Nachbarin, die immer wieder Mal die Parkierregeln missachtet hatte, und richtete sich dann selbst.

8. England: Nazis raus

Ein Deutscher zog mit seiner englischen Frau in deren Heimat. Die Nachbarn waren offenbar Rassisten und spielten jedes Mal, wenn sie mit dem Auto am Haus vorbeifuhren, die Titelmusik zur englischen Sitcom "Dad's Army", die im Zweiten Weltkrieg spielt und sich über Deutsche lustig macht. Der Streit ging ohne Gericht mit weiterer Nazi-Musik-Beschallung, Hitlergrüssen und Handgreiflichkeiten weiter. 

9. Amerika: Das Haus muss brennen

In besonderen Fall gab es - na wo wohl? - in den USA. Der Amerikaner Phillip Bennett brannte 2013 gleich das komplette Haus seiner Nachbarn ab, weil die ihren Rasen nicht schnitten.