Wahlen
Nur 10 Prozent der Couverts sind zurück: Es droht eine tiefe Wahlbeteiligung

Wenige Tage vor den Aargauer Grossrats- und Regierungsratswahlen zeichnet sich eine tiefe Wahlbeteiligung ab: Erst zehn Prozent der Couverts sind eingetroffen. Der Grund könnte die Herbstferien sein.

Silvan Hartmann
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Kommen weniger Couverts zurück als 2009? Gemeinderätin Monika Zendler leert in Spreitenbach die letzte Urne der Grossratswahlen 2009

Kommen weniger Couverts zurück als 2009? Gemeinderätin Monika Zendler leert in Spreitenbach die letzte Urne der Grossratswahlen 2009

Archiv/Dieter Minder

Der Wahlkampf der Aargauer Grossrats- und Regierungsratswahlen ist seit Wochen auf den Strassen kaum zu übersehen. Die Kandidatinnen und Kandidaten lachen hier und dort auf zahlreichen Plakaten das Volk an.

Und doch: Es droht eine tiefe Wahlbeteiligung. So ist der Rückfluss der Wahlcouverts bislang äusserst zäh: Erst gut zehn Prozent aller Stimmberechtigten haben ihre Stimme per Briefpost abgegeben, wie Tele M1 berichtet.

Diese Zahlen werden von vielen Verwaltungen bestätigt. Rheinfelden hatte bis heute Abend einen Rückfluss von 14 Prozent, die Stadt Zofingen 16 Prozent. In Wohlen retournierten sogar erst 12 Prozent das Couvert.

Nur noch an der Urne

Wer sein Wahlcouvert für die Aargauer Wahlen noch nicht abgeschickt hat, muss persönlich an die Urne. Die Frist für die briefliche Stimmabgabe ist mit dem vorfrankierten B-Post-Couvert des Kantons am 15. Oktober abgelaufen. Eine gefragte Möglichkeit bleibt der Briefkasten der jeweiligen Wohngemeinde. Dieser wird am Sonntag bei Wahlschluss nochmals geleert. Wann die Wahl abgeschlossen ist, steht in den Unterlagen der jeweiligen Gemeinde. (sha)

Auch in Aarau, Baden, Lenzburg oder Wettingen ist der Rückfluss bislang gering. «Ich erwarte also schon noch ein paar Couverts», sagt Heribert Galli, Verantwortlicher der Wahlen in Wohlen.

Den Grund für den geringen Rückfluss der Couverts vermuten die Verantwortlichen zu wissen: «Es kann sein, dass sich viele wegen der Schulferien erst am Wochenende um die Wahlen kümmern wollen», heisst es in Rheinfelden.

Einen weiteren Grund sehen die Verantwortlichen der Gemeinden darin, dass die Wahlunterlagen ein wenig später als üblich zugestellt wurden. So wurde das Couvert kantonal nicht vor dem 23. September zugestellt.

Bei den letzten Wahlen lag die Stimmbeteiligung eine Woche vor den Wahlen im ähnlichen Rahmen. Schlussendlich ging noch 31,7 Prozent der Bevölkerung wählen. Zum Vergleich: 1993 lag die Wahlbeteiligung noch bei 45 Prozent.