Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Nach dem 3:0 gegen Meyrin und der Qualifikation für die zweite Aufstiegsrunde gegen Etoile Carouge fuhren die Präsidenten Thomi Bräm und Siegbert Jäckle am Sonntag ins schmucke Städtchen Nyon und gönnten sich ein spätes Nachtessen.

Das Gesprächsthema? Na klar. Momentan dreht sich beim FC Baden alles um eine Frage: Schafft der 1.-Liga-Spitzenklub am Samstag in der Wettinger Altenburg den Aufstieg? «Unsere Chancen», so Bräm, «sind bei fünfzig Prozent. Mein Saisonziel war die Aufstiegsrunde. Das habe ich schon im vergangenen Sommer während einer Medienkonferenz erklärt.»

Jäckle betreibt Ursachenforschung und sagt: «Der Hauptgrund für die guten Resultate ist der Teamgeist. Damit ist es dem FC Baden gelungen, aus einem Minimum das Maximum herauszuholen.»

Jäckles Aussage trifft den Nagel auf den Kopf. Dass Baden an der Schwelle zur Challenge League steht, ist ein kleines Fussballwunder. Was das Geld betrifft, ist der Verein mit einem Budget von 450 000 Franken für die erste Mannschaft nicht auf Rosen gebettet. Den gleichen Betrag holen die beiden Klubbosse dank treuer Sponsoren wieder herein.

«Der Kampf um Geldgeber ist hart», erklärt Bräm. Die Zeiten sind vorbei, in denen Mäzene wie Hans Badertscher und Johnny Hirschi für Transfers von überdurchschnittlichen Spielern den einen oder andern Tausender aus dem Hosensack zogen. Wer bei Baden spielt, der wird nicht reich. Wer bei Baden spielt, der macht es aus Überzeugung und Freude.

Immer für einen Geniestreich gut

In sportlicher Hinsicht schwebt Baden momentan auf Wolke sieben. Das Team ist gegen Meyrin über sich hinausgewachsen und hat in den entscheidenden Phasen zweifellos Glück gehabt. Die erste Halbzeit in Meyrin war schlecht. Die Genfer hätten nach 70 Minuten führen müssen. Statt das 0:0 zu verteidigen, suchten sie den offenen Schlagabtausch. Das war Badens Chance.

Akteure wie Torhüter Cyril Schneider, Linksverteidiger Denis Markaj, Abräumer Paolo Ponte, Mittelfeldspieler Hervé Makuka, Vorbereiter Panagiotis Papastergios und Goalgetter Danijel Kovacevic sind für einen Geniestreich gut genug. Und zwar auf und neben dem Spielfeld. Wetten, dass Schneider und Kovacevic mit Bräm und Jäckle am Montag eine saftige Aufstiegsprämie ausgehandelt haben?

Vor dem Showdown gegen Carouge stellt sich zweifellos die Frage, ob ein Aufstieg Sinn macht. Ein Abenteuer wäre es allemal. Sollte die Promotion gelingen, hätte man einen Platz in der neuen 1. Liga Promotion auf sicher. Finanziell wären in den nächsten Wochen Kraftakte gefragt.

Sportlich ist der aktuelle Kader zu schwach. Ohne drei vier namhafte Transfers wäre der FC Baden nicht mehr als Kanonenfutter. Das Problem ist das Gefälle innerhalb des Kaders. Gegen Carouge fallen mit dem gesperrten Ponte und dem verletzten Davide Caroli zwei Stammspieler aus. Sie zu ersetzen ist nicht einfach. Bleibt die Hoffnung, dass Trainer Domenico Sinardo gegen Carouge einen taktischen Schachzug aus dem Hut zaubert.