Chlausklöpf-Wettbewerb
Der Knall allein reicht nicht: In Lenzburg «klöpften» 180 Teilnehmer um die Wette

180 Teilnehmer nahmen am Regionalen Chlausklöpf-Wettbewerb auf dem Metzgplatz teil. Dabei ging es nicht nur um den Knall, sondern auch um die Stellung im Kreis und die Geisselführung.

Peter Weingartner
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Chlausklöpf-Wettbewerb Lenzburg
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Chlausklöpf-Wettbewerb Geisselklöpfen Die Jury achtet auch auf die Stellung im Kreis.
Chlausklöpf-Wettbewerb Geisselklöpfen Und die Richter achten auch auf die Geisselführung.
Chlausklöpf-Wettbewerb Geisselklöpfen Klöpfen ist längst nicht mehr nur Buben- und Männersache.
Chlausklöpf-Wettbewerb Geisselklöpfen 30 Sekunden haben die Teilnehmer Zeit, es klöpfen zu lassen.
Chlausklöpf-Wettbewerb Geisselklöpfen Insbesondere die jungen Teilnehmer versetzen das Publikum in helle Aufregung.
Chlausklöpf-Wettbewerb Geisselklöpfen Finale des Chlausklöpf-Wettbewerbes in Lenzburg.
Chlausklöpf-Wettbewerb Geisselklöpfen Bis zu 25 Mal kann es ein Klöpfer in den 30 Sekunden klöpfen lassen.
Chlausklöpf-Wettbewerb Geisselklöpfen Mit viel Schwung fliegen die Haare gleich mit.

Chlausklöpf-Wettbewerb Lenzburg

Peter Weingartner

«Petrus ist Chlausklöpfer», sagt OK-Präsident Manuel Silva am Sonntagnachmittag – noch vor dem Schnee. Doch auch als es zu rieseln beginnt, herrscht Feststimmung im und um den alten Gemeindesaal. Das Chlausklöpfen gehöre in die Stadt, meint der Chef der Chlausklöpfer der Region, Hans-Peter Gehrig.

Man hörts am Mittag in der Rathausgasse: Die Mauern lassen es lauter knallen. Proteste? «Wir haben die Anwohner vor einem Monat informiert», sagt Manuel Silva. Das Brauchtum geniesst grossen Goodwill.

Geissel um den Kopf geleiert

«Lass dich nicht hetzen», gibt eine Mutter ihrer Tochter mit. Es ist nicht ohne, ganz allein im Kreis mit einem Durchmesser von 1,2 Metern zu stehen und korrekt zu klöpfen. Und das vor einigen Dutzend Leuten. Der OK-Chef selber montiert noch einen Zwick, Urs Schwager spricht allen Mut zu, bevor er die Konkurrenten in den «Ring» schickt.

Da ist an einiges zu denken, denn die Kampfrichter urteilen nach Kriterien. Es geht nicht nur um den Knall, sondern auch um die Stellung im Kreis und die Geisselführung. Bei manchen knallts nur auf der einen Seite, und einigen Kindern leiert es die Geissel um den Kopf. Aufmunternder Applaus ist allen gewiss. Besonders aber dem jüngsten Teilnehmer: Max aus Hunzenschwil mit Jahrgang 2013.

«Ziehen!», hört man aus dem Publikum. Die Fans – auch viele Grosseltern machen ihren Enkeln Mut – leben mit. Den jeweils 30-sekündigen Auftritt beendet Urs Schwager mit einer Glocke. Die Kleinsten mit den kürzesten Geisseln knallen rund 45 Mal, während die Grösseren etwa 25 Überschallknalle schaffen.

Die Chlausklöpfer blicken auf ein intensives Jahr zurück, nicht nur der Teilnahmen an Winzerfesten, Alpabzügen und am Unspunnenfest wegen. Im Frühjahr starben die Geisselmacher Ernst Lüthi und Röbi Werren. Ihrer wurde am Rangverlesen gestern Abend gedacht. Die Tradition der Auszeichnung des jüngsten Teilnehmers wurde von Werrens Freund Thomas Körkel, ebenfalls aktiver Klöpfer, übernommen. Zur Aufführung gelangte ausserdem das fast vergessene Chlausklöpfer-Lied – der Jugendchor der Kantorei trug es vor.