Lenzburg
Theatertage Lenzburg mit einem kleinen König und dem grossen Gatsby

Die 17. Theatertage Lenzburg setzen sich bei der inhaltlichen Ausrichtung keine Grenzen. Exzentriker sind erwünscht. Ein wichtiger Ansprechpartner sind die jungen und kleinen Zuschauer.

Markus Christen
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Werner Bodinek (links) und Mark Wetter vom harmonischen Trio, das für die Theatertage Lenzburg zeichnet. Abwesend ist Barbara Schwarz. mch

Werner Bodinek (links) und Mark Wetter vom harmonischen Trio, das für die Theatertage Lenzburg zeichnet. Abwesend ist Barbara Schwarz. mch

Die Theaterbühne ist ein geliebter Aufenthaltsort für allerlei närrische und eigenbrötlerische Gestalten. Mit viel Sympathie bringen sie althergebrachte Hierarchien ins Wanken und rütteln an den Strukturen der Realität. Ein solch närrisches Geschöpf ist auch der exzentrische Gurkenkönig, der den gewohnten Alltag einer Familie auf den Kopf stellt und schliesslich die Kinder gegen die Erwachsenen den Aufstand proben lässt.

Der Spielplan der 17. Lenzburger Theatertage

Mittwoch, 18. Juni. Ab 19 Uhr, Eröffnung mit Musik: Andrea Kirchhofer und Bruno Stübi. - 20 Uhr, Gemeindesaal, Theater an der Winkelwiese: Konstellationen von Nick Payne.
Donnerstag, 19. Juni. 15 Uhr, Arkaden, Manuel Löwensberg: Kindergeschichten von Peter Bichsel. Erzähltheater für kleine und grosse Kinder (ab 7 Jahren). - 20 Uhr, Gemeindesaal, Jens Nielsen: 1 Tag alles falsch machen. Ein erzähltes Manifest.
Freitag, 20. Juni. 10 Uhr, Arkaden, Figurentheater Lupine: Ida hat einen Vogel und sonst nichts
(ab 5 Jahren). - 20 Uhr, Gemeindesaal, Theater Marie: Der grosse Gatsby. Von Rebekka Kricheldorf, nach F. Scott Fitzgerald.
Samstag, 21. Juni. 15 Uhr, Arkaden, Figurentheater Lupine: Ida hat einen Vogel und sonst nichts (ab 5 Jahren). - 20 Uhr, Gemeindesaal: Peter Honegger «Secrets», Komik & Zauberkunst. - 22 Uhr, Arkaden: ILSAH - unplugged worldmusic orchestra.
Sonntag, 22. Juni. Ab 10 Uhr Frühstück. - 11.30 Uhr, Gemeindesaal, Die Nachbarn: Der Gurkenkönig. Ein Schauspiel- und Figurenstück für Kinder ab 7 Jahren und Familien.

Die Inszenierung für Schauspieler und Figuren der Theatergruppe «Die Nachbarn» wird an den diesjährigen Theatertagen Lenzburg im wahrsten Sinne des Wortes den krönenden Abschluss bilden. Und traditionsgemäss richtet sich die Aufführung im Anschluss an das sonntägliche Theaterfrühstück an die jungen und kleinen Zuschauer.

Diese sind für den Theatermacher Mark Wetter ohnehin ein wichtiger Ansprechpartner. Er schätze, so Wetter, das grosse Innovationspotenzial, das im Bereich des Kinder- und Jugendtheaters herrsche. Mit dem Figurentheater Lupine und den Kindergeschichten von Peter Bichsel, die vom Schauspieler Manuel Löwensberg vorgetragen werden, stehen zwei weitere Produktionen im Angebot der Theatertage, die es sich zum Ziel setzen, Kinderaugen zu begeistern und Kinderohren zu entzücken.

Die Logik im Undenkbaren

Verantwortlich für die Theatertage, die vom 18. bis zum 22. Juni im alten Gemeindesaal und bei den Arkaden auf dem Metzgplatz stattfinden, zeichnet das eingespielte Dreiergespann mit Mark Wetter, Barbara Schwarz und Werner Bodinek.

Die Auswahl der Produktionen sei im Wesentlichen von zwei Beweggründen beeinflusst, so Bodinek. «Wir liessen uns begeistern, wenn wir von einem Stück sowohl persönlich angesprochen wurden, als auch einen gesellschaftsrelevanten Aspekt darin entdecken konnten.»

Es sei ein längerer Weg, führt Bodinek weiter aus, der zum endgültigen Veranstaltungsprogramm führe. «Wir stellen uns immer die Frage, was ist technisch und bezüglich der Bühnenverhältnisse überhaupt möglich. Inhaltlich allerdings setzen wir uns keine Grenzen.»

Die aufwendigste Inszenierung wird in diesem Jahr vom Aarauer Theaterensemble Marie beigebracht. Grossen technischen Einsatz erforderte es, die äusserst schwere Teichfolie, die für die Aufführung verwendet wird, in den Gemeindesaal zu transportieren. Im Stück «Der grosse Gatsby» wirkt auch Manuel Löwensberg mit, der damit an den Theatertagen in doppelter Rolle im Einsatz steht. Mark Wetter, der mit Löwensberg seit langem kennt, lobt den Schauspieler für sein Erzähltalent.

Und dann finden sich an den Theatertagen eben noch die Exzentriker und eigenbrötlerischen Tüftler, welche die Theaterbühnen so gerne bevölkern. Dazu gehört Peter Honegger, der mit seinem Programm «Secrets» Komik und Zauberkunst verbindet. Oder auch Jens Nielsen, der es sich auf die Fahne schreibt, einen Tag lang alles falsch zu machen und Undenkbares mit Undenkbarem logisch zu verknüpfen.

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