Bereits zum fünften Mal wurden im Kanton Aargau mit einer Schülerbefragung die Qualität der Volksschule getestet. Dabei konnten dieses Jahr alle Abschlussklassen der öffentlichen Volksschule in die Erhebung integriert werden.

Mehrheit startete Lehre

Der grösste Teil der Jugendlichen im Abschlussjahr (97 Prozent) verliess die Volksschule. Mehr als die Hälfte dieser Abgängerinnen und Abgänger (57 Prozent) startete mit der beruflichen Grundbildung in einem Lehrbetrieb. Etwa ein Viertel (24 Prozent) stieg in eine Mittelschule ein. Weitere 14 Prozent entschieden sich für ein Brückenangebot oder eine andere Zwischenlösung, 3 Prozent traten in ein Praktikum oder das Erwerbsleben ein und einige setzten den Weg in einem ausserkantonalen Heim oder Beschäftigungsplatz fort. Einzig 2 von 100 befragten Schülerinnen und Schülern konnten zum Befragungszeitpunkt im Juni noch keine Anschlusslösung vorweisen.

Guter Trend

Für Regelklassen, Kleinklassen, Werkjahr, Berufswahljahr sowie Integrations- und Berufsfindungsklasse ist ein Vergleich mit den Erhebungen der Vorjahre möglich. Einige Trends setzen sich fort: So wächst der Anteil der Schulabgängerinnen und -abgänger, die direkt in eine allgemeinbildende Schule wechseln, weiter an. Er betrug im Jahr 2008 noch 18 Prozent und liegt nun bei 22 Prozent. Gleichzeitig bleiben die Anteile der Lernenden stabil, die sich für eine berufliche Grundbildung entscheiden (57 Prozent).

Dies führt dazu, dass die Quote der direkten Übertritte in eine weiterführende Ausbildung seit 2008 von 77 Prozent auf 81 Prozent angestiegen ist. Zugleich sind es heute weniger Lernende (1,9 Prozent), die kurz vor Ende der Volksschule noch keine Anschlusslösung gefunden haben als bei der Erhebung im Jahr 2008 (2,4 Prozent).

Männer haben öfter keine Anschlusslösung

Auch das Geschlecht und die Nationalität der Jugendlichen sind bedeutsam. So treten bei Mädchen öfters als bei Jungen Verzögerungen beim Übertritt von der Volksschule in die nachobligatorische Bildung auf, da weibliche Jugendliche häufiger das Abschlussjahr repetieren oder in eine Zwischenlösung eintreten. Entsprechend ist ihre Übertrittsquote mit 79 Prozent tiefer als diejenige der Jungen (85 Prozent).

Männliche Jugendliche können hingegen öfters keine Anschlusslösung vorweisen als weibliche Jugendliche (2,2 Prozent der Jungen versus 1,5 Prozent der Mädchen). Auch ausländische Schülerinnen und Schüler sind überproportional häufig mit der Situation konfrontiert, dass sie kurz vor den Sommerferien noch nicht wissen, wie ihr beruflicher Weg nach dem Schulabschluss weiterführen soll.  (az/san)