Einkaufscenter
Sicherheitsleute statt Ländlermusik gegen herumlungernde Teenager

Im Aarauer City-Märt soll urchige Musik Teenager fernhalten – in anderen Einkaufscentern hält man nichts davon. «Da gibt es andere Methoden», sagt etwa Matthias Grieder vom Shoppi Tivoli.

Maja Sommerhalder
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Im Spreitenbacher Shoppi Tivoli will man Jugendliche nicht von vornherein vergraulen. Bei Problemen greifen Sicherheitsleute durch. EFR

Im Spreitenbacher Shoppi Tivoli will man Jugendliche nicht von vornherein vergraulen. Bei Problemen greifen Sicherheitsleute durch. EFR

Was im Spreitenbacher Einkaufscenter nicht infrage kommt, ist im Aarauer City-Märt Realität. Hier setzt man ganz bewusst auf urchige Musik, um Junge fernzuhalten. Liegenschaftsverantwortliche Monika Frei formuliert es in der az Aargauer Zeitung vom 21. Februar so: «Wir lassen keine Popmusik laufen, um nicht unnötig Junge in die Mall zu locken.» Denn: Es sei ja bekannt, dass es in der Vergangenheit schon Probleme gegeben habe mit Jugendlichen.

«Jugendliche nicht vergraulen»

Probleme mit Jungen kennt man auch im Shoppi Tivoli Spreitenbach, wie Grieder sagt: «Einige machen sich bei uns breit, essen und lungern stundenlang herum. Eine solche ‹Hängerszene› dulden wir nicht. Das gilt auch für Bettler.» Dann schreite jeweils der Sicherheitsdienst ein.

Im schlimmsten Fall gibt es Hausverbot. Etwa 30 Jugendliche und Erwachsene sind im Shoppi Tivoli davon betroffen: «Das bringt mehr als Ländlermusik.» Die meisten Jugendlichen seien aber gute Kunden, die man nicht von vornherein fernhalten wolle.

Auch Patrick Sutter, Infrastrukturverantwortlicher der Brugger, Badener und Bremgarter Migros-Märkte, hält nicht viel von Ländlermusik als Jugendabwehr: «Bei uns gibt es Überwachungskameras und wir setzen die Securitas ein, wenn es Probleme gibt.»

Herumlungernde Jugendliche werden aus den Einkaufszentren verwiesen. Vor allem Vandalismus ist in den Zentren immer wieder Thema: «Es wird Abfall liegen gelassen oder an Gegenstände geschrieben.»

«Bei Problemen suchen wir Dialog»

Im Aarauer Telli Center und im Oftringer Einkaufscenter A1 werden hingegen herumlungernde Jugendliche toleriert, so lange sie sich an die Regeln halten, wie Centermanager Jörg Engeler erklärt. Bei Problemen schreite der Ordnungsdienst ein, das komme eher selten vor: «Jugendliche sind wichtige Kunden, die wir nicht vergraulen wollen.» Deshalb laufe in den beiden Einkaufscentern auch Pop- statt Ländlermusik.

Auch in den Coop-Centern in Würenlingen, Wettingen, Muri und Reinach werden die Kunden mit populärer Musik statt mit Ländler berieselt, wie Centerleiter Severin Hug bestätigt: «Wenn es Probleme gibt, suchen wir den Dialog. Das funktioniert gut.»