«True Crime»

Spannender Lesestoff: Spektakulärer Aargauer Mordfall in Buchform

Schriftsteller und Journalist Peter Hossli hat anderthalb Jahre lang einen der spektakulärsten Aargauer Mordfälle seziert.

Das neue Buch von Journalist Peter Hossli kam ausgerechnet an dem Tag in die Buchhandlungen, an dem diese wegen Corona schliessen mussten. Nach anderthalb Jahren Arbeit lag das für den Journalisten nah an einer Katastrophe. Dank einer selbst aufgegleisten Online-Kampagne, guten Kritiken in den Medien (u. a. AZ vom 3. April) und zuletzt einem schönen Radiostück liegt Hosslis zweites Buch «Revolverchuchi» nun dennoch bereits in der dritten Auflage vor. «Zum Glück haben viele das Buch online bestellt», berichtete Hossli am Dienstag in der Kantonsbibliothek, wo er seine verschobene Vorlesung nachholte.

Peter Hossli über sein Aargauer «True Crime»-Buch

Peter Hossli über sein Aargauer «True Crime»-Buch

Schriftsteller und Journalist Peter Hossli hat trotz Covid-19 in nur sechs Monaten schon fast drei Auflagen seines zweiten Buchs verkauft.

«Revolverchuchi» erzählt vom tragischen Tod von Peter Stadelmann, der 1957 den Aargau und die ganze Schweiz aufgewühlt hat. Haupttäter war Max Märki; schwierige Kindheit, arm, perspektivlos. Gemeinsam mit seiner Geliebten, einer jungen Norwegerin, wollte er sein Opfer bewusstlos schlagen, es ausrauben und mit dem Geld ein neues Leben in den USA beginnen. Doch es ging alles schief: Stadelmann wehrte sich, schwer verletzt warfen Märki und seine Geliebte ihn in die Reuss, wo er ertrank. Kurz darauf fuhr Märki das Fahrzeug für die Flucht nach Dänemark zu Schrott, wo das Schiff in die USA gewartet hätte. Ausweglos und von der eigenen Tat verunsichert, stellten sich die beiden. Im Gefängnis ging bald auch die grosse Liebe in die Brüche.

Für das Buch sichtete Hossli über tausend Seiten Akten, besuchte die Schauplätze, redete mit Angehörigen und vergegenwärtigte sich den damaligen Zeitgeist. Herausgekommen ist ein «True Crime»-Buch aus dem Aargau, für das Netflix auch mal ausbleiben kann.

«Revolverchuchi» Peter Hossli, Zytglogge-Verlag, 236 Seiten, 34 Franken.

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