LUFTFAHRT
Der Heli-Landeplatz in Holziken soll erweitert werden

Gestern ging das Bewilligungsverfahren in die Mitwirkung. Hauptpunkte sind eine Änderung in der Heli-Flotte und ein neuer Hangar.

Nadja Rohner
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Die Flotte der Rose Helicopter AG (v.l): „Rose", „Rösli", "Baby Rösli“- alle Teil der hauseigenen ATO-II-Flugschule. Den kleinsten Heli hat Lukas Fischer letzte Woche aus Grossbritannien eingeflogen - via Ärmelkanal.

Die Flotte der Rose Helicopter AG (v.l): „Rose", „Rösli", "Baby Rösli“- alle Teil der hauseigenen ATO-II-Flugschule. Den kleinsten Heli hat Lukas Fischer letzte Woche aus Grossbritannien eingeflogen - via Ärmelkanal.

ZVG

Die Besitzer des seit 1976 bestehenden Heliports Holziken wollen umbauen, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Das geht aus den Mitwirkungsunterlagen für eine Anpassung des sogenannten «Objektblatts» hervor, die das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) durchführt. Ein solches Objektblatt wird vom Bundesrat verabschiedet und legt den Rahmen für die bauliche und betriebliche Entwicklung des Heliports fest.

Die Anlage, die das Unternehmen Roseheli selber als «europaweit schönste Abflugmöglichkeit» bezeichnet, liegt im Süden der Gemeinde Holziken – im Gebiet Bändli, einer kleinen Siedlung zwischen Wald und Uerke, auf halbem Weg von Holziken nach Uerkheim. «Historisch bedingt entstand der Heliport aus der Überwachung des damals entstehenden Gas-leitungsnetzes im Mittelland und wurde später als reiner Helikopterunterhaltsbetrieb geführt», schreibt das Unternehmen. «Während dieser Zeit wurde das Anwesen mit Hangar und einem weiterem Landeplatz erweitert.»

Laut den Mitwirkungsunterlagen planen die Betreiber nun, nördlich des bestehenden Gebäudes eine Hangar-Erweiterung mit Tiefgarage und Helikopterstandplatz zu bauen - wobei Heliport-Besitzer Lukas Fischer gegenüber der AZ betont, die Tiefgarage sei lediglich eine Option, aber noch nicht beschlossene Sache. Die Umbaumassnahmen verbesseren einerseits die Sicherheit deutlich. Andererseits aber auch die Lärmemissionen in unmittelbarer Nähe zum Heliport, weil der Standplatz im südlichen Teil des Areals als Kompensationsmassnahme aufgehoben und so keine Schwebeflüge mehr nötig sein würden. Das Bauvorhaben bedingt eine Erweiterung des Flugplatzperimeters im Nordwesten. Für den Bau der neuen Infrastruktur braucht es aber in jedem Fall noch ein ordentliches Plangenehmigungsverfahren – das zur Mitwirkung aufliegende Objektblatt schafft nur erste Grundlagen.

Der Heliport hat laut seiner Website zwei eigene Helikopter für die Mittel- und Oberklasse; dazu ganz neu einen Dritten «als günstiger Einstieg für die Schulung», so Lukas Fischer. Einer davon, ein EC-120B mit fünf Plätzen, gilt laut Angaben des Holziker Unternehmens als einer der leisesten Helis überhaupt, er werde auch «Flüsterheli» genannt. Dieser Heli soll «aufgrund der zunehmend schwierigen Ersatzteilbeschaffung» mittelfristig ersetzt werden. «Vergleichbare Helikopter sind jedoch lauter», heisst es in den Mitwirkungsunterlagen. Aus diesem Grund muss vorsorglich das rund um den Heliport definierte «Gebiet mit Lärmbelastung» erweitert werden. Das tangiert aber nur relativ wenige Wohnbauten – hauptsächlich der Gemeinde Kölliken südlich der Autobahn –, sondern vor allem Wald- und Feldgebiete. «Die Emissionswerte werden aber problemlos eingehalten, sogar mit Reserve», betont Lukas Fischer.

Die Mitwirkungsunterlagen für die Objektblattanpassungen sind auf der Website des Bazl aufgeschaltet. Sie können aber auch bei der Gemeinde eingesehen werden. Die Mitwirkung dauert bis 12. April.