Menziken
«Unterschriftensammlung gegen den Jugendtreff ist gegen das multikulturelle Zusammenleben der jungen Leute gerichtet», sagt Initiator Anton Bättig

Seit knapp zwei Jahren wird in Menziken ein neuer Jugendtreff aufgegleist. Jetzt ist ein Standort gefunden, doch die Nachbarn scheinen keine Freude daran zu haben.

Flurina Dünki
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Vom Jugendkeller Starlight (im Bild) hatte sich Anton Bättig einst getrennt. Nun will er den Jugendtreff unter dem Kindergarten Gütsch eröffnen.

Vom Jugendkeller Starlight (im Bild) hatte sich Anton Bättig einst getrennt. Nun will er den Jugendtreff unter dem Kindergarten Gütsch eröffnen.

Zvg / WYS

«Offenbar ist eine Unterschriftensammlung gegen den geplanten Jugendtreff am Laufen, dabei liegt noch nicht einmal das Baugesuch auf», steht auf der Facebook-Seite des Jugendtreffs Menziken. Seit Mitte 2019 wird der neue Jugendtreff aufgegleist. Dies nachdem sich zwei freiwillige Mitarbeiterinnen wegen verschiedener Ansichten über das Gewicht des christlichen Glaubens aus dem Jugendkeller Starlight der katholischen Kirchgemeinde zurückgezogen hatten. Mittlerweile ist man daran, einen Verein zu gründen und es wurde auch ein Standort gefunden: Der ehemalige Zivilschutz-Kommandoposten unter dem Kindergarten Gütsch.

Toni Bättig

Toni Bättig

Zvg / WYS

Dem Initiator des neuen Jugendtreffs Menziken und ehemaligen Gemeinderat Anton Bättig ist es wichtig, dass sich Jugendliche aller religiösen und kulturellen Hintergründe im künftigen Jugendtreff willkommen fühlen. Angesprochen ist die Altersgruppe von 11 bis 16 Jahren. Die Gemeinde würde sich am Umbau und der Finanzierung von Inventar beteiligen. Nun scheint sich dagegen Widerstand zu bilden, bevor überhaupt das Baugesuch zur Umnutzung des Kellers eingegeben wurde. Im Dorf hat sich das herumgesprochen, direkt darauf angesprochen wurde Bättig bisher aber noch nicht. Er schreibt weiter auf Facebook:

«Unserer Meinung nach ist die Unterschriftensammlung nicht nur gegen den geplanten Jugendtreff, sondern auch gegen das multikulturelle Zusammenleben der jungen Leute und gegen die Kinder- und Jugendarbeit in der Region gerichtet».

Als Unterschriftensammler vermutet er Nachbarn, die abendlichen Lärm fürchten. «Ich finde es schade, dass sich von ihnen niemand bei mir über die genauen Aktivitäten und Uhrzeiten informiert hat», sagt Anton Bättig, der den Treff vorerst jeden zweiten Freitagabend zwischen 18.30 und 21.30 Uhr öffnen möchte. Es herrsche zudem Tabak- und Alkoholverbot und eine erwachsene Aufsichtspersonen würden dafür sorgen, dass draussen kein Lärm gemacht werde. Ausserhalb des Dorfs könne kein Jugendtreff für Jugendliche von 16 Jahren und jünger erstellt werden, da die meisten dieser Altersgruppe zu Fuss und nicht mit dem Töffli unterwegs sei. Der Standort müsse also zwingend im Dorf sein.

Auch der Menziker Ammann Erich Bruderer zeigt sich auf Facebook enttäuscht über den frühen Widerstand: «Unverständlich. Aber Hauptsache man ist einfach mal dagegen.»