Reinach
Uraufführung von «PingPong» – ein Stück Freundschaft im TaB

«PingPong», die neue Produktion von Salto & Mortale, wird im TaB uraufgeführt.

Rahel Plüss
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Die Bühnenprofis Clo Bisaz, Martina Binz und Birkan Çam (v.l.) switchen gekonnt zwischen Generationen. Peter Siegrist/zvg

Die Bühnenprofis Clo Bisaz, Martina Binz und Birkan Çam (v.l.) switchen gekonnt zwischen Generationen. Peter Siegrist/zvg

Peter Siegrist-Bild und Text

Ein Neuer kommt in die Klasse. Seinen Namen kann keiner aussprechen, sich merken schon gar nicht. Also nennt er sich Jex. Sehr zum Leidwesen seines Vaters, doch das wird man erst später erfahren. Am Anfang steht ein Streit. Ein Gerangel zwischen Banknachbarn um einen Radiergummi mit ungeahnter Wendung: Zwei Fremde werden Freunde. Beste Freunde. Und die Schwester ist verliebt. Dann ist über Nacht alles vorbei. Jex und seine Familie werden ins Heimatland zurückgeschafft. Die Freundschaft getrennt, aber nicht vergessen. Jahre später, die einstigen Primarschüler sind inzwischen erwachsen, kommt es zu einem Wiedersehen.

Die neue Eigenproduktion des Theaterensembles Salto & Mortale erzählt eine rasante, heitere, zuweilen auch beklemmende, ja dramatische Geschichte über Freundschaft, Liebe und Trennung. Hervorragend inszeniert, switchen die Bühnenprofis Clo Bisaz, Martina Binz und Birkan Çam geschickt zwischen Generationen, Kulturen, Welten.

Mehr als ein Jugendstück

Das Stück «PingPong», das am kommenden Samstag im Theater am Bahnhof TaB uraufgeführt wird, ist im Austausch mit einer Reinacher Schulklasse entstanden. Die Fünftklässler haben in den vergangenen 14 Monaten zusammen mit Lehrer Stefan Lienhard ihre brennenden Fragen und Themen gesammelt, Figuren und Situationen skizziert und die Proben mit kritischen Augen begleitet. «Uns hat interessiert, was die Kinder beschäftigt, was sie bewegt», sagt Clo Bisaz am Rande der Theaterprobe. Aus dem Pingpong zwischen jungen Menschen und erfahrenen Theaterschaffenden ist so ein berührendes Stück geworden.

Ein reines Jugendstück? Clo Bisaz verneint: «Die Eltern bekommen die brennenden Fragen ihrer Kinder zu hören und mancher Erwachsene wird sich in seine Kindheit zurückversetzt fühlen.» Und Autor und Regisseur Adrian Meyer sagt es so: «Die Themen Freundschaft, Trennung und Liebe berühren Menschen jeden Alters. Und die Jugendlichen im Stück sind immer wieder auch mit der Erwachsenenwelt konfrontiert.»

Mit seiner neusten Produktion geht Salto & Mortale neue Wege – auch personell. Nach dem Weggang von Thomy Truttmann und Peter Züsli aus dem Ensemble formiert sich ein neues, jüngeres Team um Mitbegründer Clo Bisaz. «Für mich mit meinen bald 60 Jahren ist es ein richtiger Jungbrunnen, mit solch jungen Menschen zusammenzuarbeiten», sagt Clo Bisaz, und meint damit nicht nur sein neues Team, sondern auch den Austausch mit der Schulklasse. «Wir wollten bewusst nicht auf einen bestehenden Theatertext zurückgreifen.»

Viele können sich identifizieren

Die Schüler haben Autor und Regisseur Adrian Meyer beim Schreibprozess begleitet. Dabei gings um weit mehr als nur um die Wortwahl. «Die Schüler wissen, wie sich die gleichaltrigen Hauptfiguren der Geschichte verhalten, wie sie reden und streiten, denken und fühlen», so der Regisseur. Beim Nachfragen in der Klasse habe sich gezeigt, dass mehr als zwei Drittel der Kinder Erfahrungen mit Trennungen von Familien oder Freunden haben. «Die Ausgangssituation des Stücks war vielen vertraut und bot zahlreiche Identifikationsmöglichkeiten.»

«PingPong» ist in Zusammenarbeit mit dem Theater Tuchlaube Aarau, dem ThiK Theater im Kornhaus Baden und dem Theater PurPur entstanden und wird später dort gezeigt.

Premiere: Samstag, 23. September, 19 Uhr, Theater am Bahnhof TaB, Reinach