Bad Zurzach

Dreiste Diebe am Marronistand: Eine Umarmung – Goldkette weg

Seine Freundlichkeit wurde dem bekannten Bad Zurzacher Marroniverkäufer Giovanni Fresi zum Verhängnis. Nadja Rohner

Seine Freundlichkeit wurde dem bekannten Bad Zurzacher Marroniverkäufer Giovanni Fresi zum Verhängnis. Nadja Rohner

Dreiste Trickdiebe haben die Hilfsbereitschaft eines Marroniverkäufers ausgenutzt und ihm seine Goldkette gestohlen. Laut der Polizei handelt es sich bei den Tätern vermutlich um zwei Männer und zwei Frauen, die in der Gegend häufig aktiv sind.

«Wie konnte ich nur so naiv sein?», fragt Giovanni Fresi und schüttelt immer wieder den Kopf. Der beliebte Bad Zurzacher Marronimann, der gegenüber des Thermalbades seinen Stand hat, kann es kaum fassen: Er wurde Opfer eines Trickdiebstahls.

Umarmung aus dem Auto heraus

Am Sonntagvormittag sei es passiert, erzählt er: «Ich war gerade dabei, meine Marroni einzuschneiden. Da hielt neben meinem Stand ein alter, dicker, silberner Mercedes.» Zwei Frauen und zwei Männer seien darin gesessen. «Die Frau auf dem Beifahrersitz hat mir zugerufen und gefragt, wo das Spital sei», sagt Fresi.

«Ich bin zu ihr hingegangen, habe mich zum Fenster gebeugt und erklärt, dass es hier kein Spital gebe, nur eine Reha-Klinik.» Dann habe die Frau ihn plötzlich aus dem Auto heraus umarmt und ihm einen Kuss auf die Wange gegeben.

Fresi: «Sie sagte irgendetwas von einem Vater, der heute Geburtstag habe. Dann ging alles so schnell – der Mann am Steuer hat Gas gegeben und ich habe einen Ruck an meinem Hals verspürt. Ich habe sofort gemerkt, dass meine Goldkette weg ist.»

Einmaliges Schmuckstück

Fresi alarmiert umgehend die Polizei, zehn Minuten später sind die Beamten vor Ort. Die Täter sind mit ihrer Beute im Wert von rund 5000 Franken jedoch bereits auf und davon – und lassen einen sichtlich traurigen Marronimann zurück. «Die Kette war ein handgemachtes Stück von einem befreundeten Goldschmied in Italien», so Fresi. «So etwas gibt es nur einmal auf der Welt.»

Trickdiebstähle sind keine Seltenheit

Laut Michael Meier, Polizist auf dem Polizeiposten Bad Zurzach, gibt es immer wieder solcher Vorfälle: «Diese vier Personen, die mit einem Auto unterwegs sind, schlagen häufig in unserer Region zu.» Oft fragen sie nach dem Weg zum Spital – hilfsbereite Passanten werden dann umarmt und gleichzeitig bestohlen.

Bekannt ist auch die Masche, bei der die Täter ihrem Opfer als vermeintliches Zeichen der Dankbarkeit eine billige Halskette umlegen und ihm gleichzeitig seinen wertvollen Schmuck abnehmen. Warum die Täter immer wieder in die Region zurückkehren, weiss Meier nicht.

Er vermutet jedoch einen Zusammenhang mit dem Thermalbad und der Bevölkerungsstruktur: «In Bad Zurzach hat es relativ viele ältere Personen, die noch wertvolle Schmuckstücke tragen.»

Meier rät: «Man darf sich auf keinen Fall von Fremden anfassen lassen. Und wer etwas Verdächtiges beobachtet, soll sich die Autonummer, die Farbe und den Typ merken.» Man habe mittlerweile ein recht gutes Signalement der Bande, deshalb bestünden durchaus Chancen, dass sie geschnappt würden, so Michael Meier.

Auch Marronimann Giovanni Fresi hat sich die Gesichter der Trickdiebe gemerkt und weiss genau, wie deren Auto aussieht. Von seinem Stand aus hat er die Strasse vor dem Thermalbad gut im Blick. «Wenn die zurückkommen, dann sehe ich es», sagt er. Die Telefonnummer des Polizeipostens liegt bereit.

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