Am Donnerstagabend um 20.05 duellieren sich die Gemeinden Klingnau und Signau beim Donnschtig-Jass auf SRF 1. Im thurgauischen Bürglen spielen die beiden besten Verlierer gegeneinander - der Gewinner wird im nächsten Jahr der Gastgeber der ersten Sendung sein. 

Die Klingnauer verloren Mitte Juli gegen Wohlen, mit satten 90 Differenzpunkten. Heute will das Team die zweite Chance nutzen. Hermann Märki, OK-Präsident des Klingnauer Teams, bleibt positiv: "Dieser Sieg wäre sozusagen ein Rolls-Royce-Gewinn." 

Im Einsatz stehen az-Redaktor Philipp Zimmermann, Markus Iten, Mirjam Bolliger Keller und Jungjasserin Ella Keller. Ersatz ist Andreas Obergfell.

Einsteins letzter Auftritt

Für die Jasser ist die heutige Sendung die letzte des Jahres, doch für Peter Keller alias "Einstein" wird sie die allerletzte sein. Der Rentner ist fast 70 Jahre alt und mit seiner weissen Haarpracht zur Kultfigur geworden. Angefangen hat seine Karriere mit dem "Hau den Lukas". 2013 setzte er sich gegen 100 Bewerber durch und durfte ab sofort mit dem Lukas den Trumpf der nächsten Jassrunde ermitteln. 

Einstein schlägt zu

Einstein schlägt zu

Doch jetzt ist Schluss damit: "Ich muss wahrscheinlich schon die eine oder andere Träne abputzen“, gibt der Senior gegenüber der az zu. „Dass ich heute zum letzten Mal auftrete finde ich schade und auch die Leute in meinem Umfeld sind traurig. Aber ich hatte fünf tolle Saisons beim Donnschtig-Jass und man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist.“

"Einstein" blickt zurück auf fünf spannende Jahre: "Es war eine super Zeit. Ich habe tolle Leute kennengelernt und viele Freundschaften geschlossen. Ich konnte einen Blick hinter die Kulissen werfen und feststellen, wie sehr sich die Schweizer Bevölkerung für Jass interessiert.“

Immer wieder wird der Badener von Fans erkannt, egal ob er gerade am Wandern, im Zug oder im Postauto sei. Das störe ihn aber überhaupt nicht, im Gegenteil: "Ich gebe gerne meine Aufmerksamkeit." Er hoffe, dass er den Leuten in Erinnerung bleiben wird. "Ich werde den Donnschtig-Jass weiterhin verfolgen und auch besuchen. Mir gefallen volkstümliche Sendungen, die liegen mir sehr.“

Auch das Feiern an den Dorffesten gefiel ihm. Gerüchte besagen, dass er immer am längsten getanzt habe und immer als letzter ins Hotel kam. Ist da was dran?  "Einstein" lacht: "Ich habe früher immer viel mit meiner Frau getanzt und noch heute tanze ich gerne. Ich bin kein Profi-Tänzer aber ein sehr guter."

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Auch nach dem Aus beim Donnschtig-Jass bleibt der 70-Jährige nicht untätig: "An der Badenfahrt veranstalte ich ein Event, an dem man mit mir zusammen jassen kann." Und: "Am liebsten würde ich Werbung machen." 

Ob "Einstein" heute Abend zu seiner letzen Sendung speziell geehrt wird, weiss er nicht: "Ich lasse mich überraschen. Aber ich möchte allen Danke sagen. Es war eine tolle Zeit und ich werde noch lange davon zehren." (ngü)