Wahlsieger
Ein Ende des Wachstums ist für die Zurzibieter SVP nicht in Sicht

Bei den Wahlen hat die SVP im Bezirk Zurzach ihren Anteil auf über 46 Prozent gesteigert. Wenn die Konkurrenz nicht aus ihren Fehlern lernt, wird sich an dieser Entwicklung nichts ändern.

Daniel Weissenbrunner
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Hansjörg Knecht, Aushängeschild der Zurzibieter SVP.

Hansjörg Knecht, Aushängeschild der Zurzibieter SVP.

Keystone

Sie führte den perfekten Wahlkampf. Die SVP schraubte ihren nationalen Wähleranteil auf 29,5 Prozent, im Kanton Aargau auf astronomische 38 Prozent und im Bezirk Zurzach setzte sie die Marke auf den historischen Höchstwert von 46,6 Prozent. Doch selbst Wahlsieger sind nicht frei von Versäumnissen. Im allgemeinen Jubel verpasste die Partei des Bezirks Zurzach ihre Website mit dem Triumph zu aktualisieren.

Werner Laube, Präsident der SVP Bezirk Zurzach

Werner Laube, Präsident der SVP Bezirk Zurzach

zvg

Der letzte Eintrag datiert vom 25. Mai dieses Jahres. Ein Makel, mit dem Werner Laube problemlos leben kann. Der Lengnauer hatte am Sonntag doppelten Grund zur Freude: Als Bezirkspräsident konnte er mit seinen Parteifreunden im Restaurant Warteck in Leibstadt auf das Glanzergebnis anstossen, und als persönlicher Wahlkampfleiter von Hansjörg Knecht durfte er seinem Klienten zur Wiederwahl in den Nationalrat sowie zum blendenden Ergebnis im Ständeratskampf gratulieren.

Der Präsident irrte sich

Seit 15 Jahren steht Laube der Zurzacher SVP vor. Er erlebte den unaufhaltsamen Aufstieg der Partei mit. Sie steigerte ihre Wählerstärke in diesem Zeitraum von 34,5 Prozent bis zur neuen Rekordmarke am Sonntag. Auch zur Verwunderung von Werner Laube. Er sagte vor acht Jahren das Ende des Wachstums voraus. Er irrte sich. Vor vier Jahren war es das Gleiche.

Die SVP im Bezirk kennt mittlerweile keine Gegnerschaft mehr, was nicht nur der effizienten Basisarbeit zu verdanken ist. Werner Laube führt den anhaltenden Steigflug auch auf die Schwäche der anderen Parteien zurück. «Wir besetzen nach wie vor die Themen, welche die Leute beschäftigen.» Sei es die Flüchtlingsthematik, die Kriminalität. «Oder im Zurzibiet die Debatte zur Energiewende.»

Die Konkurrenz überlässt der SVP grosszügig das Feld, mit dem Ergebnis, dass ihr im Bezirk nicht mehr als die Statistenrolle bleibt. Was den übrigen Parteien besonders zu denken geben müsste: Am deutlichsten fielen die Resultate in Böbikon und Leibstadt aus, der Wohngemeinde von Hansjörg Knecht (siehe erste Grafik). Zwei Gemeinden, in denen die SVP nicht einmal mit Ortsparteien vertreten ist.