Nachruf
Irene Cara war die Königin des Tanzfilms. Jetzt ist sie überraschend gestorben

Mit «What a Feeling» aus dem Musik- und Tanzfilm «Flashdance» gelang ihr 1983 ein Welthit, doch danach wurde es still um Sängerin Irene Cara. Jetzt ist sie im Alter von 63 Jahren in Florida gestorben.

Stefan Künzli

Irene Cara ist nur 63 Jahre alt geworden.

Jordin Althaus / WireImage

1983 war das Jahr von Irene Cara. Ihr Song «What A Feeling» aus dem Tanzfilm «Flashdance» stürmte die Hitparaden der Welt und wurde mit einem Oscar, einem Golden Globe Award und einem Grammy geehrt. Der Song war in der Schweiz besonders beliebt, platzierte sich 26 Wochen lang in der Hitparade, wurde zum erfolgreichsten Song des Jahres und liess dabei auch Michael Jackson mit seinen Welthits «Beat It» und «Billie Jean» hinter sich.

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Nachruf
Irene Cara war die Königin des Tanzfilms. Jetzt ist sie überraschend gestorben

Mit «What a Feeling» aus dem Musik- und Tanzfilm «Flashdance» gelang ihr 1983 ein Welthit, doch danach wurde es still um Sängerin Irene Cara. Jetzt ist sie im Alter von 63 Jahren in Florida gestorben.

Stefan Künzli

Irene Cara ist nur 63 Jahre alt geworden.

Jordin Althaus / WireImage

1983 war das Jahr von Irene Cara. Ihr Song «What A Feeling» aus dem Tanzfilm «Flashdance» stürmte die Hitparaden der Welt und wurde mit einem Oscar, einem Golden Globe Award und einem Grammy geehrt. Der Song war in der Schweiz besonders beliebt, platzierte sich 26 Wochen lang in der Hitparade, wurde zum erfolgreichsten Song des Jahres und liess dabei auch Michael Jackson mit seinen Welthits «Beat It» und «Billie Jean» hinter sich.

Der Tanzfilm erlebte damals mit «Saturday Night Fever» (1977), «Grease» (1978), «Footloose» (1984), «A Chorus Line» (1985) und «Dirty Dancing» (1987) eine Renaissance und mitten drin waren auch «Fame – Der Weg zum Ruhm» (1980) und «Flashdance» (1983) mit Irene Cara. Neu war am Genre, das in den 1930er- und 1940er-Jahren mit Fred Astaire seine Blütezeit erlebte, dass zum Tanzfilm eigene, neue Songs komponiert wurden, die in einem Soundtrack-Sampler mit verschiedenen Interpreten als Album und Singles veröffentlicht wurden.

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Film- und Musikindustrie spannten zusammen und befruchteten sich gegenseitig. Der Videoclip zum Song «Flashdance» wurde mit Filmausschnitten gefüttert, im damals aufkommenden Musikfernsehen in Dauerschlaufe gezeigt und zum grossen Hit gemacht. Das Zusammengehen von Film und Musik liess Irene Cara an die Spitze katapultieren und in den Kinos wie Plattenläden die Kassen klingeln. Film- und Musikindustrie wurden zu einem unschlagbaren Team der Popkultur.

Die Sängerin und Schauspielerin Irene Cara war so etwas wie die Königin des Genres. Das Tanzfilm-Drama «Fame» verhalf ihr 1980 zum Durchbruch. Sie spielte darin die Hauptrolle der Coco Hernandez, sang den oscar-prämierten Titelsong und interpretierte drei weitere Songs für das gleichnamige Album. Song und Album schafften es in die Top Ten in den USA.

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In «Flashdance» war sie nur als Sängerin des Titelsongs beteiligt, dafür hat sie den Song mit Giorgio Moroder mitkomponiert. In den USA lieferte sich das Album einen harten Kampf mit Michael Jacksons «Thriller», dem mit 60 Millionen Einheiten erfolgreichsten Album aller Zeiten, und löste es schliesslich sogar an der Spitze der Hitparade ab.

Irene Cara wurde 1959 in den New Yorker Bronx als Tochter einer Kubanerin und eines Puerto Ricaners geboren. Sie waren Anfang der 1950er-Jahre nach New York gekommen. Irene Cara war ein Kinderstar und trat schon früh in Radio und Fernsehen auf. Mit acht Jahren spielte sie im Broadway-Musical Maggie Flynn, mit zehn Jahren sang sie mit Roberta Flack und Sammy Davis jr. zu Ehren von Duke Ellington im Madison Square Garden. Als Schauspielerin machte sie 1975 im Thriller «Aaron Loves Angela» erstmals auf sich aufmerksam. Ein Jahr danach übernahm sie die Hauptrolle im Musicaldrama «Sparkle – Der Weg zum Star» und war 1977 auch in der Sklaverei-Serie «Roots» in einer kleinen Rolle zu sehen.

Comeback mit DJ BoBo

Mit «Flashdance» war Irene Cara ganz oben angekommen. Doch ein Rechtsstreit mit ihrer Plattenfirma über die Einnahmen ihres Welthits verhinderte ab 1983 die Fortsetzung ihrer Gesangskarriere. Die Sängerin musste eine Pause einlegen und galt als schwierig. Der Rechtsstreit wurde erst Jahre später beigelegt. Auch eine Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen 1993 kam nicht zustande. Erst DJ BoBo schaffte es, Irene Cara wieder aus der Versenkung zu holen. Eine Neuinterpretation von «What A Feeling» mit dem Schweizer Musiker schaffte es 2001 zurück in die Hitparaden von Deutschland und der Schweiz.

DJ BoBo 2001 mit Irene Cara bei Thomas Gottschalks «Wetten, dass..?».

Ingo Wagner / dpa

Das letzte Lebensjahrzehnt verbrachte Irene Cara im «Halbruhestand» in Florida, wie sie selbst sagte. Ihre Hits wurden in den Radios weiter gespielt und die Gebühreneinnahmen ermöglichten ihr ein komfortables und zurückgezogenes Leben. Irene Cara starb am 25. November überraschend im Alter von 63 Jahren unter zunächst unbekannten Umständen in ihrem Haus in Florida. Ihre Hits und ihr Ruhm werden bleiben: «Fame – I Gonna Live Forever».

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Die erfolgreichsten Alben von Tanzfilmen:

  1. Saturday Night Fever (1977): 40 Mio. verkaufte Einheiten.
  2. Grease (1978): 38 Mio.
  3. Dirty Dancing (1987): 32 Mio.
  4. Flashdance (1983): 20 Mio.
  5. Footloose (1984): 10 Mio.

1. Saturday Night Fever (1977)

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2. Grease (1978).

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3. Dirty Dancing (1987)

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4. Flashdance (1983)

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5. Footloose (1984)

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