Fall George Floyd

Amerikas Rassenunruhen seit den 1960er-Jahren und was sie bewirkten

Die Watts-Aufstände gelten als erste grosser Rebellion der Schwarzen in Amerika in den 60er-Jahren.

Die Watts-Aufstände gelten als erste grosser Rebellion der Schwarzen in Amerika in den 60er-Jahren.

Der Tod von George Floyd hat in den USA zu massiven Protesten geführt. Polizeigewalt gegen Afroamerikaner und Ausschreitungen im Kampf gegen den Rassismus haben in den USA eine lange Tradition.

1965: Watts Riots

Als Gerüchte die Runde machen, bei der Festnahme von zwei Schwarzen durch die Polizei Los Angeles sei eine Schwangere getreten worden, brechen im August Proteste aus. Die Folge: 34 Tote und 4000 Verhaftungen. Die Polizei in LA hatte den Ruf, mit übertriebener Härte gegen Schwarze vorzugehen. Die Watts-Aufstände gelten als erste grosser Rebellion der Schwarzen in Amerika in den 60er-Jahren.

1967: Detroit in Flammen

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Zwei Jahre später gibt es landesweit erneut Aufstände. Vor allem in Detroit und Newark kommt es zu zahlreichen Todesopfern bei Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die von Präsident Lyndon B. Johnson eingesetzte «Kerner Commission», die die Ursachen der Aufstände untersuchen soll, kommt zum Schluss, dass Schwarze in Amerika systematisch benachteiligt würden.

1968: Kings Ermordung

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Mit der Ermordung des Bürgerrechtlers Martin Luther King am 4. April 1968 stirbt auch ein Teil des Traums von Gleichberechtigung für die schwarze Bevölkerung Amerikas. In 125 Städten kommt es zu teils gewaltsamen Aufständen. 46 Menschen sterben, 2600 werden verletzt. Über Washington und Baltimore steigen Rauchsäulen in die Luft. Präsident Lyndon B. Johnson mobilisiert die Streitkräfte.

1992: Unruhen von LA

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Der Schwarze Rodney King wird nach einer Verfolgungsjagd am 3. März 1991 von der Polizei gestoppt, greift sie tätlich an und wird dann brutal von vier Polizisten verprügelt. Aufnahmen der prügelnden Polizisten laufen am Fernsehen. Als die vier Ordnungshüter ein Jahr später freigesprochen werden, brechen in der LA Proteste aus. 59 Menschen sterben, Ladenbesitzer verteidigen ihre Läden mit Schusswaffen gegen Plünderer.

2014: Ferguson, Missouri

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Der weisse Polizist Darren Wilson erschiesst den 18-jährigen Schwarzen Michael Brown, der zuvor einen Laden überfallen hatte. Brown war unbewaffnet, der Polizist wurde nicht angeklagt. Ähnliche Fälle in den Folgejahren lösten immer wieder Massenproteste aus. Die Ernüchterung unter Schwarzen ist gross, dass die Diskriminierung auch 50 Jahre nach der Verabschiedung des Bürgerrechtsgesetzes weiter andauert.

2020: Fall George Floyd

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Der Afroamerikaner George Floyd wird bei einer Polizeikontrolle in Minneapolis von vier Polizisten gewaltsam zu Boden gedrückt und stirbt kurz darauf. Die Tat wird gefilmt. In mehr als 400 amerikanischen Städten kommt es zu Protesten und Ausschreitungen. Präsident Donald Trump fordert den Einsatz der Streitkräfte und erntet dafür viel Kritik – unter anderem von seinem ehemaligen Verteidigungsminister James Mattis.

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