Knapp hundert Jahre, nachdem die amerikanischen Frauen das Stimmrecht bekommen haben, wählten sie noch immer keine der ihren an die Staatsspitze. Zu wenig junge Frauen wählten Clinton und zu wenig weisse.

Amerika ist also weiterhin nicht im Club jener Staaten, die schon einmal eine Frau an der Spitze hatten, sei es als Präsidentin oder als Premierministerin. In immerhin rund 42 Prozent aller Länder war das schon mal der Fall. 56 Jahre ist es her, seit mit Sirimavo Bandaranaike Sri Lanka erstmals eine Frau Ministerpräsidentin wurde. Die Argentinierin Isabel Perón war 1974 die erste Präsidentin eines eigenständigen Landes der Welt, die mehr als ein paar Monate regierte. Viele waren es nicht im 19. Jahrhundert. Doch seit der Jahrtausendwende nimmt das Tempo zu: Immer mehr Frauen schaffen es bis an die Spitze eines Landes.

Aktuell werden dennoch nur 19 der 193 anerkannten Staaten der UNO oder deren Parlamente von Frauen geführt. Speziell viele Frauen an der Spitze hatten bisher Europa und Südamerika, wie nebenstehende Weltkarte zeigt. Doch der Eindruck täuscht teilweise: So zählt Frankreich nur dazu, weil Édith Cresson 1991 während elf Monaten Premierministerin war – die Macht hat in Frankreich aber der Präsident, nicht der Premier. Auch Maria de Lourdes Pintasilgo in Portugal war 1979 nur fünf Monate lang Premierministerin.