Russland

Atomarer Abrüstungsvertrag: Russland zu Zugeständnissen bereit

Wladimir Putin, Präsident von Russland, führt den Vorsitz einer Sicherheitsratssitzung per Videokonferenz. Foto: Alexei Druzhinin/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Wladimir Putin, Präsident von Russland, führt den Vorsitz einer Sicherheitsratssitzung per Videokonferenz. Foto: Alexei Druzhinin/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Im Ringen um eine Verlängerung des letzten grossen atomaren Abrüstungsvertrags mit den USA ist Russland zu Zugeständnissen bereit.

Moskau stellte am Dienstag in Aussicht, die Zahl der Nuklearsprengköpfe ein Jahr lang "einzufrieren". Sollte das Abkommen zunächst um zwölf Monate verlängert werden, werde Russland diese politische Verpflichtung eingehen, teilte das Aussenministerium in der Hauptstadt Moskau mit. Dies sei aber nur dann möglich, wenn die USA nicht "zusätzliche Forderungen" stellten.

Der New-Start-Vertrag über die Begrenzung von Atomwaffen läuft Anfang Februar aus. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Freitag eine Verlängerung des Abkommens ohne Bedingungen um ein Jahr vorgeschlagen. Diese Zeit sollte aus Sicht des Kremlchefs für weitere Verhandlungen genutzt werden. Die USA lehnten das umgehend ab und verlangten ein Einfrieren der Zahl der nuklearen Sprengköpfe. Unabhängige Experten in Moskau werteten das als Niederlage für Putin.

Der New-Start-Vertrag begrenzt die russischen und amerikanischen Nukleararsenale auf je 800 Trägersysteme und 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe. Wird der Vertrag nicht verlängert oder keine neue Vereinbarung geschlossen, gäbe es erstmals seit Jahrzehnten kein Abkommen mehr, das den Bestand an strategischen Atomwaffen begrenzt.

Beide Länder besitzen zusammen rund 90 Prozent der weltweiten Atomwaffen. Russland möchte eine Verlängerung des Vertrags, hatte zuletzt aber kaum noch Chancen dafür gesehen - auch wegen der anstehenden US-Präsidentenwahl.

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