Belgien

Bombe vor Polizeigebäude in Brüssel explodiert – keine Verletzte

Eine nächtliche Explosion am belgischen Kriminallabor in Brüssel hat schweren Sachschaden verursacht. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft wollte sich am Montagmorgen nicht zur Explosionsursache äussern, sprach jedoch von einem «kriminellen Hintergrund».

Gemäss belgischen Newsportalen hat um 2.30 Uhr ein Auto eine Absperrung und drei Zäune zum Parkplatz des kriminologischen und forensischen Institut in Neder-Over-Heembeek nördlich von Brüssel durchbrochen.

Dort hatten der oder die Angreifer ein Sprengsatz in der Nähe der Laboratorien gezündet. Im Gebäude war danach Feuer ausgebrochen. Durch die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei konnten dieses aber bis 5.40 Uhr gelöscht werden. Der Schaden sei aber imens.

Die TV-Sender RTBF und Bel RTL berichteten zunächst von einer Bombenexplosion. Laut Feuerwehrsprecher Pierre Meys war die Detonation sehr stark, die Fensterscheiben des Gebäudes wurden dutzende Meter weit ins Freie geschleudert.

Laut RTBF rammten zwei Verdächtige in der Nacht ein Auto gegen das Gebäude in einem nördlichen Vorort der belgischen Hauptstadt, bevor sie einen Brandsatz ins Gebäude warfen und den Wagen in Brand setzten. Dutzende Feuerwehrleute waren im Einsatz, Anwohner wurden durch den Knall der Explosion gegen drei Uhr nachts aus dem Schlaf gerissen.

Der Sprecher des Instituts Pierre Meys bestätigte den Vorfall gegenüber dem Onlineportal levif.be. Da das Gebäude in der Nacht leer war, soll keine Verletzte gegeben haben. Weitere Angaben zur Ursache der Explosion konnte er nicht machen. 

Über Motiv und Täter ist bisher nichts bekannt. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft bestätigte laut Belga zunächst auch, dass es auf dem Gelände zu einer Explosion gekommen sei. Die Ermittlungen zu den Hintergründen liefen. Die Umgebung des Instituts wurde abgeriegelt.

Das Nationale Institut für Kriminalistik und Kriminologie ist eine wissenschaftliche Einrichtung der belgischen Justiz. In den Labors werden vor allem Spuren von Tatorten und Verdächtigen ausgewertet, um Täter zu überführen. Das war zum Zeitpunkt der Explosion leer, niemand wurde verletzt.

Die belgischen Sicherheitskräfte sind seit den Selbstmordanschlägen vom März in erhöhter Alarmbereitschaft. Damals waren bei Bombenanschlägen am Flughafen und in einer Metro-Station im EU-Viertel 35 Menschen gestorben.(edi/sda)

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