Grossbritannien

Boris Johnson verliert wegen eines Überläufers Mehrheit – und ist jetzt in argen Nöten

Hat die Mehrheit im Parlament verloren: der britische Premier Boris Johnson.

Hat die Mehrheit im Parlament verloren: der britische Premier Boris Johnson.

Boris Johnson hat die Mehrheit im Parlament verloren. Der britische Premier ist durch den Parteiübertritt des früheren Ministers Phillip Lee von den Tories zu den Liberal Democrats in arge Bedrängnis geraten.

Das britische Unterhaus ist am Dienstag zu einer mit Spannung erwarteten Sitzung aus der Sommerpause zurückgekehrt. Vor den angekündigten Manövern der Opposition und von Rebellen aus der Regierungspartei, die den Brexit-Kurs der Regierung ändern wollen, befassten sich die Abgeordneten zunächst mit aussenpolitischen Fragen.

Der Moment, als es passierte:

Premierminister Boris Johnson wollte eigentlich über die Ergebnisse des G7-Gipfels informieren. Angesichts der aktuellen Ereignisse dürfte dies schwer werden. Zudem kommt der Verlust der Mehrheit im Parlament zur Unzeit.

Gegen 19 Uhr MESZ soll nämlich der Antrag von 18 Abgeordneten auf eine Dringlichkeitsdebatte über einen No-Deal-Brexit auf den Tisch kommen. Mit diesem Manöver wollen die Abgeordneten die Kontrolle über die Tagesordnung für Mittwoch an sich reissen, um dann ein Gesetz gegen einen ungeregelten Brexit im Schnellverfahren durch das Unterhaus zu peitschen.

Mit einer Abstimmung am Dienstag wird erst gegen 23 Uhr MESZ gerechnet. Sollten sich die Rebellen mit ihrem Plan durchsetzen, hat die Regierung bereits angekündigt, eine Neuwahl herbeiführen zu wollen. Ob ihr das gelingt, ist jedoch ungewiss.

Die Attacke auf Johnson folgte sogleich:

Der Handlungsdruck für die No-Deal-Gegner ist enorm, weil Johnson dem Parlament eine mehrwöchige Zwangspause verordnet hat, die bereits in der nächsten Woche beginnt. Die Abgeordneten sollen dann erst wieder am 14. Oktober zurückkehren.

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